Österreich und Italien wieder im Lockdown | Aktuell Europa | DW | 18.12.2020
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COVID-19

Österreich und Italien wieder im Lockdown

Hohe Corona-Zahlen, schärfere Maßnahmen in Europa: Österreicher und Italiener müssen wieder in den Lockdown. In Schweden und der Schweiz gelten strengere Regeln.

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Europas Kampf gegen Corona

Auch wenige Tage vor dem Weihnachtsfest deutet sich in Europa keine Entspannung der Corona-Lage an - im Gegenteil. Mehrere europäische Länder verschärfen sogar wieder ihre Maßnahmen. Vorne mit dabei ist Österreich. Das Land verhängt ab dem 26. Dezember seinen dritten strikten Lockdown. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz an. So wird der Handel wieder geschlossen, die Gastronomie bleibt zu. Ausgangsbeschränkungen gelten wieder den ganzen Tag.

Mitte Januar soll es dann Lockerungen geben - aber nur für diejenigen, die sich an einem Corona-Massentest beteiligen und negativ sind. Dann könnten sie wieder Kulturangebote und die Gastronomie besuchen, in Geschäfte gehen und touristische Ziele besuchen. "Für alle, die nicht bereit sind, sich testen zu lassen, gelten die Regelungen des Lockdowns bis 24. Januar, also eine Woche länger", sagte Kurz. Tests seien die Voraussetzung für Lockerungen in der Pandemie. Bei einem ersten Massentest im Dezember hatten deutlich weniger Menschen als erhofft teilgenommen.

Coronavirus | Österreich Wien Warteschlange vor Massentests

Schon Anfang Dezember hatte es in Österreich einen Massentest gegeben

Schweden empfiehlt Masken in Bussen und Bahnen

In Schweden deutet sich angesichts hoher Corona-Zahlen ein leichter Kurswechsel an. Entgegen ihrer bisherigen Strategie hat die Regierung erstmals das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln zu Stoßzeiten empfohlen. Ministerpräsident Stefan Löfven kündigte zudem eine Reihe weiterer Maßnahmen an. Dazu zählt unter anderem, dass pro Tisch in Restaurants maximal vier Gäste erlaubt sind. 

Weitere Einschränkungen, die ab dem 24. Dezember in Kraft treten, sind ein Verbot des Verkaufs von Alkohol nach 20.00 Uhr sowie eine Verlängerung des Fernunterrichts für weiterführende Schulen bis zum 24. Januar. "Wir können nicht zum normalen Alltagsleben zurückkehren", sagte Löfven. "Bei einer Pandemie geht es um Leben oder Tod." Dennoch lehnt er einen Lockdown als "zu große Belastung" für die Bevölkerung ab.

Schweiz schließt Restaurants

Auch die Schweiz will einen Lockdown weiterhin verhindern. Dabei gehören die Infektionszahlen dort im Verhältnis zur Einwohnerzahl zu den höchsten in Europa. Ärzte und Wissenschaftler schlagen seit Wochen Alarm, weil die Maßnahmen zu lasch seien. Die Krankenhäuser sagen, sie arbeiteten schon an der Kapazitätsgrenze.

Statt das öffentliche Leben aber komplett herunterzufahren, werden nun die Regeln teilweise verschärft. So müssen Restaurants, Kinos, Museen und Sportclubs ab Dienstag schließen. Geschäfte und Skilifte bleiben geöffnet. Das teilte die Regierung in Bern am Samstag mit. Inzwischen gaben einige Kantone jedoch bekannt, dass sie wegen der hohen Corona-Infektionszahlen nun doch ihre Skigebiete schließen. Auch andere Maßnahmen einzelner Kantone gehen teils deutlich über die Schutzmaßnahmen der Regierung in Bern hinaus.

Die Kantone Zürich, St. Gallen, Luzern, Schwyz, Nidwalden, Obwalden, Zug, Appenzell Innerrhoden und Uri wollen ihre Skigebiete ab Dienstag stilllegen. Die Corona-Lage lasse es nicht zu, dass diese den Betrieb weiterführten oder überhaupt erst aufnähmen, erklärte etwa der Luzerner Regierungsrat. Offen bleiben Skigebiete dagegen zunächst in den Kantonen Bern und Wallis. Andere Kantone wie Graubünden wollen bis Montag entscheiden, ob sie die Skigebiete über Weihnachten öffnen.

SCHWEIZ CORONAVIRUS SKIFAHREN

Trotz hoher Infektionszahlen bleiben die Skilifte in der Schweiz geöffnet

Italiener gehen in den nächsten Lockdown

Die italienische Regierung verhängte angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen einen erneuten harten Lockdown für das gesamte Land. Dieser gelte vom 21. Dezember bis 6. Januar, kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zum Samstag an. Alle nicht für den täglichen Bedarf notwendigen Geschäfte sowie alle Restaurants bleiben seinen Angaben zufolge geschlossen, Reisen zwischen verschiedenen Regionen sind verboten, die eigene Wohnung darf nur noch begrenzt verlassen werden.

Italien war im Frühjahr als erstes europäisches Land mit voller Wucht von der Pandemie getroffen worden; die Krankenhäuser konnten nicht mehr alle Patienten versorgen. Mit einem strikten Lockdown konnte die erste Corona-Welle schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Inzwischen kämpft Italien wie auch die europäischen Nachbarstaaten aber mit einer dramatischen zweiten Welle.

Spanien wieder auf der Liste

Für deutsche Urlauber, die über die Feiertage verreisen wollen, gibt es schlechte Nachrichten. Denn laut dem Robert Koch-Institut steht ab Sonntag wieder ganz Spanien auf der Risikoliste - und damit auch die bei Touristen beliebten Kanarischen Inseln. Das hat zur Folge, dass die Bundesregierung Inseln wie Gran Canaria und Teneriffa als Risikogebiete einstuft und es eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gibt.

Zuletzt zählten die Kanaren zu den ganz wenigen Urlaubszielen im europäischen Ausland, für die keine Reisewarnung galt. Seit einiger Zeit steigen die Zahlen aber - vor allem auf Teneriffa. Die Warnung bedeutet zwar kein Reiseverbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Rückkehrer müssen bis zu zehn Tage in Quarantäne. Ab dem fünften Tag können sie sich davon durch einen negativen Test vorzeitig befreien lassen.

Spanien Corona-Pandemie | Kanaren jetzt Risikogebiet Symbolbild

Auf Teneriffa ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen

Für die kanarische Tourismusbranche ist die Reisewarnung ein schwerer Schlag. "Die Weihnachtsferien sind traditionell die wichtigste Urlaubssaison", sagt Jan-Philipp Scholz, Spanien-Korrespondent der DW. Nach der katastrophalen Sommersaison hätten viele Hoteliers nun ihre ganze Hoffnung auf die Weihnachtssaison gelegt. "Nun ist davon auszugehen, dass das große Hotelsterben, welches in vielen spanischen Urlaubsregionen bereits eingesetzt hat, sich auch auf den Kanaren weiter fortsetzt." Die im Tourismus tätigen Unternehmen fordern bereits weitere Soforthilfen der Regierung.

wo/haz/fw/kle (dpa, afp, rtr)

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