Zypern und Spanien: Banken in Not | Wirtschaft | DW | 21.05.2012
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Wirtschaft

Zypern und Spanien: Banken in Not

Den drei größten Banken Zyperns droht die Herabstufung ihres Ratings. Und der spanischen Bankia fehlen sieben Milliarden Euro.

Die Ratingagentur Fitch hat den Ausblick für die drei größten Banken Zyperns auf negativ gesenkt. Grund dafür seien die engen Verflechtungen der Institute mit Griechenland und die damit verbundenen Risiken, teilte Fitch am Montag mit.

Für die zweitgrößte Bank des Inselstaats hatte die Europäische Union bereits eine Kapitalerhöhung gefordert. Der zyprische Präsident Demetris Christofias erklärte, Zypern werde diese Kapitalaufstockung wohl ohne europäische Hilfskredite bewältigen können. Allerdings wollte er einen Hilfsantrag Zyperns nicht vollständig ausschließen.

Bankia braucht sieben Milliarden Euro

Unterdessen teilte der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Montag mit, dass Bankia, die viertgrößte Bank Spaniens, zusätzlich 7 bis 7,5 Milliarden Euro benötigt. Erst dann könne die teilverstaatliche Bank die neuen Auflagen der Regierung zur Bekämpfung der Bankenkrise erfüllen. Nach Angaben der Zeitung "El País" wird Bankia wohl erneut staatliche Finanzhilfe beantragen.

Bankia hatte bereits 2010 Hilfsgelder in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus dem spanischen Fonds für Bankenrettung erhalten. Wirtschaftsminister de Guindos versicherte dennoch, Bankia sei ein lebensfähiges Bankhaus mit hoher Liquidität. Bankia war Ende 2010 aus einer Fusion von sieben Sparkassen hervorgegangen.

Spanische Banken haben notleidende Kredite in Höhe von 147 Milliarden Euro in den Büchern, wie aus Zahlen der spanischen Zentralbank hervorgeht. Die Zentralbank beauftragte am Montag die Unternehmensberatungen Roland Berger (Deutschland) und Oliver Wyman (USA), die Bilanzen spanischer Banken zu prüfen. Die Arbeit solle dazu beitragen, "die Transparenz zu erhöhen und definitiv Zweifel über die Bewertung der Aktiva der Banken in Spanien auszuräumen", so das spanische Wirtschaftsministerium am Montag.

Investoren befürchten, dass in den Bilanzen noch Verluste der spanischen Immobilienkrise versteckt sein könnten, für die der Staat letztlich haften müsste. Dies hat das Rating spanischer Staatsanleihen in der Vergangenheit zusätzlich belastet.

bea/gmf (dpa, dapd, afp)