Zypern: Leben an der Grenze | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 01.07.2019
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Nahaufnahme

Zypern: Leben an der Grenze

Die Mittelmeerinsel Zypern, seit 1974 gewaltsam geteilt, hofft auf baldige Wiedervereinigung. Nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer hält die türkische Armee den Nordteil Zyperns besetzt. Eine Pufferzone trennt seitdem die Insel.

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Bis heute besteht ein griechisch und eines türkisch verwalteter Landesteil. Die griechische Seite ist inzwischen EU-Mitglied. Die türkische Vertretung des nördlichen Teils dagegen wird bisher nur von der Türkei anerkannt. Eine sogenannte ‚Green Line‘, eine von den Vereinten Nationen streng überwachte Demarkationslinie, zieht sich rund 180 km quer über die gesamte Insel. Sie trennt nach wie vor Städte und Dörfer. Rückblick: 1974 putschte das griechische Militärregime - das einen innenpolitischen Erfolg vorweisen wollte - den zyprischen Staatspräsidenten Makarios von der Macht. Ziel des Putsches war ein Anschluss Zyperns an Griechenland. Daraufhin marschierte die türkische Armee ein und besetzte rund ein Drittel der Staatsfläche im Norden der Insel. 1983 wurde im Nordteil ein unabhängiger Staat unter der Bezeichnung Türkische Republik Nordzypern ausgerufen. Die jetzt vorwiegend im Norden lebenden türkischen Landsleute sollten, so hieß es von Seiten der Türkei, vor den nationalistischen Griechen geschützt werden. Das war und ist bis heute offiziell der Grund für die bestehende türkische Besetzung. Mit jedem weiteren Jahr werden sich die griechischen und türkischen Zyprer fremder. Ressentiments und Feindbilder werden bereits in der Grundschule geschürt. Auf ihrer Reportage-Reise entlang der Green Line trifft die Korrespondentin Katharina Willinger politisch aktive Zyprer, die für eine Wiedervereinigung kämpfen, aber auch solche, denen es schwer fällt, Vergangenes zu verzeihen.