Zypern bietet Russen Staatsbürgerschaft an | Aktuell Wirtschaft | DW | 14.04.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Wirtschaft

Zypern bietet Russen Staatsbürgerschaft an

Der zyprische Präsident Anastasiades versucht sich in Schadensbegrenzung. Ausländern, die durch die Bedingungen für die EU-Hilfen Teile ihres Vermögens verloren haben, können nun die Staatsbürgerschaft Zyperns erwerben.

Ein Café in Limassol (Foto: AFP)

Zypern Cafe in Limassol

Konkret geht es um ausländische Kontoinhaber, die mindestens drei Millionen Euro verloren haben. Ihnen bot Nikos Anastasiades die zyprische Staatsbürgerschaft an. Bezeichnenderweise tat er dies in einer Rede vor russischen Geschäftsleuten in der Küstenstadt Limassol. Seine Regierung arbeite derzeit an einer Reihe von Maßnahmen, um den "Schaden für die russische Business-Gemeinde" zu begrenzen. In der zweitgrößten Stadt Zyperns haben sich viele Russen niedergelassen. Sie trägt daher bereits den Spitznamen "Limassolgrad".

Präsident Nicos Anastasiades will Investoren anlocken (Foto: Reuters)

Zyperns Präsident Anastasiades

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters kann die Staatsbürgerschaft auch erworben werden, wenn drei Millionen Euro in Zypern investiert werden. Bislang lag die Summe bei zehn Millionen. Eine EU-Staatsbürgerschaft ist für viele Russen unter anderem wegen der ansonsten geltenden Visa-Beschränkungen interessant.

Anreize sollen Kapital locken

Die Maßnahmen sollten ab Montag bei einer zweitägigen Kabinettstagung verabschiedet werden, sagte der Präsident. Er kündigte ferner an, dass seine Regierung über weitere Investitionsanreize nachdenke. Dazu zählten auch Steueranreize für bestehende oder neue Unternehmen, die Geschäfte auf Zypern tätigten.

Die Ratingagentur Moody's schätzt die Einlagen von Russen bei zyprischen Banken auf insgesamt 31 Milliarden Euro. Wer mehr als 100.000 Euro auf einem zyprischen Konto hat, ist von einem Zwangsabschlag von bis zu 60 Prozent betroffen. Dies war im Rahmen des Rettungsplans für den von der Pleite bedrohten Mittelmeerstaat beschlossen worden. Die Eurogruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten Zypern Ende März Notkredite in Höhe von zehn Milliarden Euro zugesagt. Im Gegenzug muss das Land einen milliardenschweren Eigenbetrag unter anderem durch Steuererhöhungen und Sozialreformen aufbringen.

ml/det (afp, rtr)