Zwischen Jubel und Frust | Fußball | DW | 14.09.2016
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Fußball

Zwischen Jubel und Frust

Sieg, Unentschieden, Niederlage: Das ist die Bilanz der drei deutschen Team aus den Mittwochspielen der Fußball Champions League. Die beiden Borussen-Teams treten dabei ganz unterschiedlich auf.

"Ce sont les meilleures équipes. Es sind die allerbesten Mannschaften. The main event". Mit diesen Worten beginnt die dreisprachige Champions-League-Hymne. "Ich will nicht sagen, es ist eine kindliche Vorfreude, aber es ist ein bisschen wie Geburtstag oder Weihnachten früher", freute sich Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel vor dem Anpfiff in der Königsklasse.

Und auch sein Team hatte Spaß - weil es beim 6:0 (3:0)-Erfolg bei Legia Warschau ganz souverän drei Punkte gewann. Dass der Gegner aus Polen erstmals seit 21 Jahren in der Champions League spielte, war ihm anzumerken. Nervös und eingeschüchtert ließ Legia die Gäste aus Dortmund einfach spielen. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und in der zweiten Hälfte effektiv zu Ende gespielt", sagte Tuchel nach dem Spiel. "Was uns heute ausgezeichnet hat war eine Gier, die wir in den letzten beiden Bundesliga-Spielen nicht hatten."

Der viel kritisierte Rückkehrer Mario Götze - mit 1,76 wahrlich kein Kopfballungeheuer - sprang nach einer Flanke von Ousmane Dembele fast unbedrängt hoch und verlängerte mit der Stirn den Ball ins linke Toreck (7.). Auch das zweite Tor fiel viel zu einfach: Nach einem Freistoß stieg Sokratis Papastathopoulos hoch und konnte ohne Probleme einköpfen (16.).

Guerreiro: Startelf-Debüt und Tor

Als dann der polnische Torwart Arkadiusz Malarz bei einer Offensivaktion der Dortmunder aus dem Strafraum kam und den Ball außerhalb mit der Hand hielt, war klar: Hier wird keine Überraschung passieren. Den darauffolgenden Freistoß und den Abstauber konnte Malarz noch abwehren. Aber der dritte Versuch in Person von Marc Barta war dann drin - das 3:0 (18.), und es waren noch nicht mal 20 Minuten gespielt.

Dabei musste Tuchel kurzfristig auf seinen verletzten Offensivmann André Schürrle verzichten. Christian Pulisic rückte für Schürrle in die Anfangsformation und sorgte damit für einen Rekord: Der Offensivspieler, der am Sonntag 18 Jahre alt wird, ist der jüngste Champions-League-Spieler in der Klubgeschichte des BVB. Der portugiesische Europameister Raphael Guerreiro feierte zudem sein Startelf-Debüt für den BVB.

Und der Portugiese, der auch die französische Staatsbürgerschaft hat, machte gleich ein Tor. Einen abgeblockten Ball nutzte er in der 51. Minute zum 4:0 (51.). Auch Gonzalo Castro verewigte sich mit dem fünften Tor für den BVB noch auf dem Spielbericht (76.). Den 30. Torschuss auf den Kasten von Malarz nutzte dann Pierre-Emerick Aubameyang für sein erstes Saisontor - das halbe Dutzend war voll (87.). Getrübt wurde die Freude über den Auswärtssieg durch Ausschreitungen im Stadion Wojska Polskiego. Einige Legia-Hooligans hatten versucht, den BVB-Fanblock zu stürmen. Daraufhin war es zu Panik unter den rund 1800 Dortmunder Anhängern gekommen. Nach einigen Minuten hatten die Einsatzkräfte die Situation aber unter Kontrolle.

Zwei Tore in zwei Minuten

Auch der Gegner von Bayer 04 Leverkusen, ZSKA Moskau, wirkte anfangs eingeschüchtert. Beim 2:2 (2:2) erzielte die Werkself früh zwei Tore. Nach toller Vorarbeit von Benjamin Henrichs schoss Admir Mehmedi ins lange Eck (9.) - der Schweizer stand dabei allerdings knapp im Abseits. Und nach einer Viertelstunde führte die Werkself bereits mit 2:0. Der Torschütze: Hakan Calhanoglu. Der Schuss des Türken wurde noch abgefälscht (15.).

Überraschend musste Leverkusens Torwart Bernd Leno dann in der 36. Minute hinter sich greifen. Nach einem schönen Heber von Aleksey Ionov passte Jonathan Tah nicht richtig auf und Alan Dzagoev drosch den Ball am herauseilenden Leno vorbei in die Maschen - das Anschlusstor zum 1:2 aus Sicht des russischen Vereins (36.). Bis dahin hatte Leverkusen das Spiel klar bestimmt, der Gegner spielte vollkommen harmlos. Nur zwei Minuten später war die frühe Zwei-Tore-Führung dahin. Roman Eremenko tunnelte Leno zum 2:2 (38.).

In der 65. Minute forderten die Leverkusen-Anhänger vergeblich einen Elfmeter. Publikumsliebling Joel Pohjanpalo kam im Strafraum zu Fall - keine einfache Entscheidung. Nachdem Bayer den Gegner also aufgebaut hatte, spielte ZSKA Moskau in der zweiten Halbzeit wesentlich besser. Ein Tor gab es aber nicht mehr. "Man hat gesehen, wie schnell ein Spiel auf dem Niveau kippen kann. In zwei Minuten war alles weg", sagte Leverkusens Trainer Roger Schmidt anschließend auf der Pressekonferenz.

Dreimal Agüero

Noch größer ist der Frust bei Borussia Mönchengladbach. Nachdem zunächst wegen Wetterkapriolen das Spiel bei Manchester City um einen Tag verschoben worden war, ließ sich das Team von Trainer André Schubert vom Gegner vorführen.

Angeführt von Ex-Bundesligaspieler Kevin de Bruyne machten die "Citizens" sofort Druck, sodass die Borussia erst gar nicht ins Spiel fand. Schon nach neun Minuten jubelten die Heimfans das erste Mal: Aleksandar Kolarov flankte von links hart an den kurzen Pfosten, wo Torjäger Sergio Agüero den Ball reindrückte (9.).

Fußball UEFA Champions League Manchester City - Borussia Mönchengladbach

Machte drei Tore: Agüero (l.) von Manchester City

Mönchengladbach kam erst gar nicht in den gegnerischen Strafraum, die Mannschaft von Pep Guardiola dagegen umso öfter. In der 28. Minute traf Christoph Kramer Ilkay Gündogan an der Sechzehnmetergrenze am Fuß. Den Strafstoß verwandelte erneut Agüero (28.). In der zweiten Halbzeit jubelte der Argentinier zum dritten Mal (77.). In der Nachspielzeit spielte der vom FC Schalke 04 zu City gewechselte Leroy Sané seinen Teamkollegen Kelechi Iheanacho schön frei, der noch auf 4:0 (2:0) erhöhte (90+1.).


Die weiteren Partien am Mittwoch im Überblick
Tottenham Hotspur - AS Monaco 1:2 (1:2)
Real Madrid - Sporting Lissabon 2:1 (0:0)
FC Porto - FC Kopenhagen 1:1 (1:0)
FC Brügge - Leicester City 0:3 (0:2)
Olympique Lyon - Dinamo Zagreb 3:0 (1:0)
Juventus Turin - FC Sevilla 0:0

Immer noch nicht genug? Sie können die Spiele in unserem Liveticker noch mal erleben.

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