Zweiter Deutscher aus Ägypten abgeschoben | Aktuell Nahost | DW | 14.01.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Terrorverdacht

Zweiter Deutscher aus Ägypten abgeschoben

Er galt seit seiner Einreise nach Ägypten Mitte Dezember als verschwunden. Nun ist Isa El Sabbagh aus Gießen nach Deutschland abgeschoben worden - wie bei einem ähnlichen Fall wegen Terrorverdachts.

Ägypten vermisste Deutsche (privat)

Isa El Sabbagh (links) mit seinem Vater Mohamed El Sabbagh und seinem Bruder in Gießen

Die staatlich gelenkte Zeitung "Al-Ahram" veröffentlichte am Montag Fotos des 18-Jährigen bei der Sicherheitskontrolle und am Check-in am Flughafen Kairo. Dem Bericht zufolge soll eine Befragung der ägyptischen Behörden gezeigt haben, dass der junge Mann an die Ideologie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) glaube. Demnach habe er Online-Verbindungen zu IS-Mitgliedern und sei nach Ägypten gekommen, um sich terroristischen Elementen im Norden der Sinai-Halbinsel anzuschließen, heißt es in dem Bericht weiter.

Familie weist Vorwürfe zurück

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte in Berlin, dass der Mann wieder in Deutschland ist. Isa El Sabbagh, der sowohl ägyptischer als auch deutscher Staatsbürger ist, war zwischenzeitlich von seinen Eltern als vermisst gemeldet worden, nachdem er am 17. Dezember vom Frankfurter Flughafen mit der Frühmaschine um 8:10 Uhr nach Luxor geflogen war. Wie der Vater Mohamed El Sabbagh der DW berichtete, wollte sein Sohn in Kairo seine Großeltern besuchen, kam dort aber nie an.

Erst vergangene Woche bestätigte das Auswärtige Amt, dass sich Isa El Sabbagh in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befinde. Sein Vater teilte in einem Post auf Facebook mit, sein Sohn sitze wegen mutmaßlichen Terrorverdachts in Haft. Er befürchtete, er könnte gefoltert worden sein und wies die Vorwürfe gegen seinen Sohn zurück. "Weil die ägyptische Regierung keine Begründung für seine seit Wochen anhaltende Inhaftierung hat, sagen sie, es bestehe Terrorverdacht."

Weiterer vermisster Deutscher ebenfalls abgeschoben

Bereits in der vergangenen Woche hatten die ägyptischen Behörden den 23-jährige Mahmoud Abdel Aziz aus Göttingen mit einer ähnlichen Begründung nach Deutschland abgeschoben. Der Student, der ebenfalls die deutsche und ägyptische Staatsbürgerschaft besitzt, war am 27. Dezember gemeinsam mit seinem Bruder Malik aus Saudi-Arabien nach Kairo gereist, um dort die Großeltern zu besuchen. Beide Männer studieren Islamwissenschaften in Medina.

Ägypten vermisste Deutsche (privat)

Mahmoud Abdel Aziz wurde bei seiner Einreise nach Ägypten von den Sicherheitskräften festgehalten

Während Malik problemlos einreisen durfte, wurde Mahmoud am Flughafen festgehalten und galt seither als verschwunden. Erst auf Druck der Bundesregierung erfuhr die Familie von seiner Inhaftierung. Laut Angaben der Zeitung "Al-Ahram", soll Mahmoud geplant haben, sich dem IS auf dem Sinai anzuschließen.

Die Familie wies die Vorwürfe zurück. Die ägyptischen Behörden hätten für ihre Unterstellungen keinen Beweis vorlegen können. Die Generalstaatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben dennoch prüfen, ob es Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten gebe.

ww/jj (dpa/dw)

Die Redaktion empfiehlt