Zwei griechische Soldaten auf türkischem Boden wegen ″Spionage″ festgesetzt | Aktuell Europa | DW | 02.03.2018
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Griechenland und Türkei

Zwei griechische Soldaten auf türkischem Boden wegen "Spionage" festgesetzt

In dichtem Nebel haben sich zwei griechische Soldaten anscheinend verlaufen und die Grenze zur Türkei überquert. Dort wurden sie von einer Patrouille gestellt. Ihnen wird nun versuchte Militärspionage vorgeworfen.

Griechische Grenzsoldaten (picture-alliance/AP Photo/D. Messinis)

Griechische Soldaten am Fluss Evros an der Grenze zur Türkei (Archivbild)

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet, ein Gericht in der westtürkischen Stadt Edirne habe Untersuchungshaft wegen des Verdachts der versuchten Militärspionage und des Eindringens in ein militärisches Sperrgebiet angeordnet. Bei den beiden festgenommenen Soldaten handele es sich um einen Leutnant und einen Feldwebel. Ein griechischer Regierungssprecher teilte mit, die beiden Militärs seien von einer türkischen Militärpatrouille wegen Überschreitung der griechisch-türkischen Grenze am gemeinsamen Grenzfluss Evros festgenommen worden. "Der griechische und der türkische Generalstab sind in Kontakt miteinander zwecks Freilassung der beiden Militärs."

Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben des griechischen Heeres bereits am Donnerstag. In der Region um den Grenzfluss Evros (türkisch: Meric) hatte es in den vergangenen Tagen stark geschneit. Zudem herrschte dort dichter Nebel. Die beiden griechischen Militärangehörigen hätten wegen der schlechten Wetterbedingungen "die Orientierung verloren". Demnach bemüht sich auch das Außenministerium um ihre Freilassung.

Immer wieder Spannungen

Die Türkei und Griechenland sind beide Mitglied der NATO, doch gibt es zwischen ihnen immer wieder Spannungen. Die Türkei fordert die Auslieferung von acht türkischen Soldaten, die am Tag nach dem versuchten Militärputsch vom 15. Juli 2016 mit einem Helikopter nach Griechenland geflohen waren und dort Asyl beantragt haben. Die Türkei wirft ihnen eine Beteiligung an dem Putschversuch vor, für den sie die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen verantwortlich macht, was dieser bestreitet. Die Soldaten wiesen die Vorwürfe der türkischen Behörden zurück.

Zuletzt kam es an der umstrittenen Seegrenze in der Ägäis wiederholt zu Zwischenfällen mit Marineschiffen. Auch gibt es Streit um die Ausbeutung von Gasvorkommen vor Zypern, an denen die Türkische Republik Nordzypern beteiligt werden will.

kle/jj (afp, dpa)

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