Zur Erinnerung an Mama Afrika | Musik | DW | 04.11.2013
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Musik

Zur Erinnerung an Mama Afrika

Mit "Pata Pata" landete sie 1967 nicht nur einen Welthit, sondern als erste afrikanische Sängerin auch in den US-Charts. Bis heute kennt jeder den Ohrwurm von Miriam Makeba. Vor fünf Jahren starb sie fern ihrer Heimat.

In den letzten Jahren ihres Lebens wollte Miriam Makeba das Lied "Pata Pata" nicht mehr so gerne vortragen. Für die charismatische Afrikanerin war es nur "ein Song, zu dem sich schön tanzen lässt, weiter nichts." Makebas Herz aber hing an anderen Liedern – solchen, in denen es um Menschenrechte und den Kampf gegen Rassismus und Unterdrückung ging. "Ich singe nicht über Politik, ich singe die Wahrheit", sagte sie oft bei ihren Konzerten.

Makeba galt als unermüdliche Kämpferin für eine gerechtere Welt. Deswegen trat sie auch an ihrem Todestag im süditalienischen Castel Volturno auf - bei einem Solidaritätskonzert für den von der Mafia bedrohten Schriftsteller Roberto Saviano. Auf der Bühne erlitt sie einen Herzinfarkt und starb wenig später im Krankenhaus. Man schrieb den 10. November 2008, die Republik Südafrika trauerte um ihre Tochter. "Wer - wenn nicht sie - verdient den Titel Mama Afrika?" hatte Präsident Nelson Mandela die Sängerin zu Beginn seiner Amtszeit gewürdigt. "Ihre Lieder gaben dem Schmerz im Exil eine Stimme. Und ihre kraftvolle Musik schenkte uns allen Hoffnung."

Ikone des Widerstands

Township Foto: REUTERS/Mike Hutchings

Aufgewachsen in Wellblechhütten

Miriam Makeba erblickte am 4. März 1932 in einem der zahllosen Townships von Johannesburg das Licht der Welt. Wie schon ihre Mutter, arbeitete sie zunächst als Hausmädchen und suchte im Gesang Trost vom deprimierenden Alltag. Nach ersten musikalischen Erfolgen bekam sie eine kleine Rolle in dem Anti-Apartheid-Dokumentarfilm "Come Back, Africa" und reiste 1959 zur Uraufführung nach Venedig: Bei den Internationalen Filmfestspielen wurde der Dokumentarfilm über das Leben eines Mannes unter den extremen Bedingungen der Apartheid mit dem Pasinetti-Preis ausgezeichnet. Das südafrikanische Regime reagierte unerbittlich und entzog Miriam Makeba die Staatsbürgerschaft.

Doch der sozial engagierte US-amerikanische Sänger Harry Belafonte war auf die junge Sängerin aufmerksam geworden und holte sie in die USA, wo sie fortan mit den Stars der dortigen Show-Szene auftrat. Die Aufnahme "An Evening with Belafonte and Makeba" trug ihr 1966 einen Grammy ein. Am 19. Mai 1962 sang sie zu John F. Kennedys Geburtstag die Hymne "Mbube" über den schlafenden Löwen Afrika. Makebas Popularität wuchs weltweit, sie wurde zu einer Ikone des Widerstands.

Heimkehr nach 30 Jahren Exil

Miriam Makeba auf der Bühne Foto; Lefty Shivambu/Gallo Images/Getty Images

Unvergessen in Südafrika

1963 hielt sie vor der UNO-Vollversammlung in New York eine flammende Rede gegen die Rassentrennung. Ihre kurze Ehe mit Startrompeter Hugh Masekela war längst geschieden, als sie 1968 den radikalen schwarzen Bürgerrechtler Stokely Carmichael kennenlernte. Die beiden wurden ein Paar und Makeba fiel bei den US-Behörden in Ungnade. Das FBI bespitzelte sie, man zensierte ihre Texte. Und so zog Makeba wieder weiter - diesmal nach Guinea, wo sie mit Staatsempfang und Diplomatenpass begrüßt wurde. Von hier aus reiste Makeba fortan um die Welt und erhob ihre Stimme überall gegen Ungerechtigkeit.

Erst nach dem Sturz des Apartheid-Regimes kehrte sie 1990 auf Bitten von Nelson Mandela nach Südafrika zurück. In dem Lied "Masakhane" warb Mama Afrika für den Wiederaufbau des Landes und die Versöhnung der südafrikanischen Nation. Fünf Jahre nach ihrem Tod ist der Song aktuell wie eh und je.

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