Zum Hungern im Südsudan verdammt | Aktuell Afrika | DW | 28.05.2018
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Afrika

Zum Hungern im Südsudan verdammt

Schon jetzt haben hunderttausende Menschen in dem zentralafrikanischen Bürgerkriegsland zu wenig zum Essen. Familien ernähren sich von Gras und Unkraut. Fünf Millionen Menschen droht eine Hungersnot, wie Helfer warnen.

Jeder zweite Einwohner im Südsudan muss sich auf eine Hungersnot gefasst machen. Die Hilfsorganisation Oxfam schlägt Alarm. In der besonders schwer vom Bürgerkrieg heimgesuchten Stadt Pibor hungere die Bevölkerung bereits, teilte die Entwicklungsorganisation mit. Mit Einsetzen der Regenzeit müsse ein Großteil der Nahrung aus der Hauptstadt Juba eingeflogen werden und werde damit für viele Menschen zu teuer.

Bewohner berichteten, sie kochten Gräser und Unkraut aus, um überhaupt etwas zu essen zu haben. "Davon werden sie zwar krank, aber es ist ihre einzige Chance zu überleben", erklärte Oxfams Landesdirektor für den Südsudan, Nicolo Di Marzo. Vier Jahre Krieg sowie Überschwemmungen und Schädlingsbefall hätten die Vorräte der Menschen aufgezehrt und landesweit die Selbsthilfemöglichkeiten der Gemeinden erschöpft.

Südsudan Hunger Symbolbild (Getty Images/AFP/F. Bucciarelli)

Unterernährte und kranke Südsudanesen in einem Feldlazarett

Unabhängigkeit und Krieg

Der Südsudan war 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Im Dezember 2013 entflammte in dem neu gegründeten Land ein blutiger Konflikt. Seitdem wurden zehntausende Menschen getötet und fast vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Schon 2017 hatte es in dem Staat eine schwere Hungerkrise gegeben. Doch massive internationale Hilfe trug dazu bei, dass eine noch größere Not verhindert werden konnte. Aber nach den Missernten des vergangenen Jahres stehe der Südsudan nun wieder am Rande der Katastrophe, schilderte Di Marzo.

Südsudan Medienreise Aktion Deutschland hilft (Aktion Deutschland Hilft/Max Kupfer)

Chronischer Hunger ist mit eine Ursache für hohe Kindersterblichkeit

"Ohne Frieden wird der Hunger nicht aufhören"

Er warnte, Hilfsorganisationen könnten mit der wachsenden Not der Menschen kaum noch Schritt halten. Oxfam beklagte, dass bei den Friedensgesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba kein Abkommen zur Beendigung des Bürgerkriegs zustande gekommen sei. "Jede Verlängerung des Konflikts bedeutet, dass mehr Menschen von ihrem Land vertrieben werden, ihre Lebensgrundlagen verlieren und hungern." Di Marzo warnte: "Ohne Frieden wird der Hunger nicht aufhören." So wichtig internationale Nothilfe sei, so wichtig sei es auch, dass die regionale und internationale Staatengemeinschaft ihr volles diplomatisches Gewicht in die Waagschale werfe, um Frieden im Südsudan zu erreichen.

se/haz (afp, epd, kna)

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