ZEW: Finanzprofis verhalten optimistisch | Wirtschaft | DW | 13.09.2016
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Wirtschaft

ZEW: Finanzprofis verhalten optimistisch

Die Konjunkturaussichten für Deutschland bleiben nach Einschätzung von Börsenprofis derzeit stabil. Die wirtschaftliche Situation für das kommende halbe Jahr beurteilen sie unverändert gut.

Der ZEW-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung lag im September wie im Vormonat bei 0,5 Punkten, wie das Institut am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 205 Analysten und Anlegern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 2,5 Punkte gerechnet.

Die Impulse aus dem In- und Ausland seien "uneindeutig" und erschwerten den Ausblick auf die nächsten Monate, erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Er verwies darauf, dass negativen Meldungen vom Außenhandel sowie der deutschen Industrieproduktion ein "sich verbesserndes ökonomisches Umfeld" in der Europäischen Union gegenüber stehe. Die Konjunkturerwartungen wiesen zugleich auf "eine unverändert gute Wirtschaftslage im kommenden halben Jahr" hin.

Brexit-Schock noch nicht überwunden

"Zu einer deutlichen Erholung des Konjunkturbarometers nach dem Brexit-Schock kam es nicht", sagte der Analyst Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit Blick auf die zuletzt publizierten Wirtschaftsdaten sei dies auch gerechtfertigt. "Der Auftragseingang als auch die Industrieproduktion lassen auf eine sehr schleppende Entwicklung im produzierenden Gewerbe schließen", so Gitzel. Darüber hinaus seien die nächsten politischen Schlaglöcher schon in greifbarer Nähe. "Die US-Präsidentschaftswahlen und das italienische Verfassungsreferendum könnten die wirtschaftlichen Unsicherheiten zum Jahresende anheizen."

Im ersten Quartal hatte die deutsche Wirtschaft kräftig um 0,7 Prozent zugelegt und wuchs im Frühjahr noch um 0,4 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr an Tempo verliert.

Der Index für die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland fiel leicht um 2,5 Punkte auf 55,1 Punkte. In der Eurozone stieg der Indikator für die Konjunkturentwicklung um 0,8 auf 5,4 Punkte, bei der aktuellen Lage gab es einen minimalen Rückgang um 0,2 auf minus 10,5 Punkte.

ul/hb (afp, rtr, dpa)