Zerrissene Familien in Amerika | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 04.03.2019
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Nahaufnahme

Zerrissene Familien in Amerika

Illegal eingewandert, bürgerlich gelebt, abgeschoben: José erlebt Trumps Wahlversprechen, obwohl er jahrzehntelang wie ein US-Bürger lebte. Donald Trumps harte Politik gegenüber illegalen Migranten zerstört amerikanische Familien.

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Rose war glücklich. Sie hat einen Mann, den sie liebt, zwei Kinder, Haus und Job. Alles schien perfekt. Bis zu dem Tag, als ihr Mann José, der als Kind illegal aus El Salvador kam, von den US-Behörden verhaftet und abgeschoben wurde. Rose Escobar kann immer noch nicht fassen, dass die US-Regierung ihre Familie auseinander gerissen hat. "Das ist doch auch mein Land! Wir haben uns immer an die Regeln gehalten." Rose ist in den USA geboren. Doch ihr Mann kam als Kind vor Jahrzehnten illegal aus El Salvador. Bei einer Verkehrskontrolle wurde er verhaftet und sofort abgeschoben. Rose und ihre beiden Kinder blieben allein zurück. Nur mithilfe ihrer Nachbarn kann die jetzt alleinerziehende Mutter Job und Kinder unter einen Hut bringen. "Ich stehe jeden Morgen um vier Uhr auf, und dann muss ich die Kinder bei meinen Nachbarn abgeben. Dann arbeite ich zwölf Stunden, komme nach Hause, hol die Kinder ab, mache Hausaufgaben und Essen, bereite ihr Pausenbrot vor und ihre Anziehsachen. Ich versuche alles so zu machen wie immer, damit sie keinen Unterschied spüren." Ihr Ehemann gehörte zu den ersten Menschen, die unter dem neuen Präsidenten aus den USA abgeschoben wurden. Donald Trump wollte Stärke beweisen und sein Wahlversprechen einlösen: illegale Einwanderer über die Grenze zurückzuschicken, dorthin, wo sie hergekommen waren. All die, die gegen das Gesetz verstoßen hatten. Verbrecher, dachten da viele, Gangmitglieder. Aber Familienväter? Für Rose Escobar ist heute nichts mehr wie es war.