Zehntausende Japaner nehmen Abschied von Kaiser Akihito | Aktuell Asien | DW | 02.01.2019
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Monarchie

Zehntausende Japaner nehmen Abschied von Kaiser Akihito

Mit dem neuen Jahr geht in Japan eine Ära zu Ende: Kaiser Akihito verabschiedet sich nach drei Jahrzehnten in den Ruhestand. In Tokio verfolgten mehr als 150.000 Zuschauer seine letzte Rede.

Final New Year's address by Emperor Akihito Japan Neujahr (picture-alliance/dpa/Maxppp)

Kaiser Akihito und Ehefrau Michiko

Noch nie waren so viele Menschen zum traditionellen Neujahrsauftritt geströmt, wie in diesem Jahr. Nach Schätzungen des Haushofamtes strömten seit den frühen Morgenstunden insgesamt 154.000 Zuschauer zum Palast. Der Andrang war so groß, dass man entschloss, den Monarchen und seine Familie nicht wie üblich fünf Mal über den Tag verteilt auf dem Balkon auftreten zu lassen, sondern sechs Mal.

Vor einem Meer aus kleinen Nationalfähnchen zeigte sich Akihito mit seiner Frau Michiko, ihrem Sohn Naruhito und anderen Mitgliedern der Familie. Er bete zu Beginn des Jahres für Frieden und Glück für sein Land und für die Menschen in aller Welt, sagte Akihito. Der 85-Jährige wird am 30. April abdanken. Anschließend wird Sohn Naruhito den Thron besteigen.

Neujahrgrüße Japan Kaiser Akihito (picture-alliance/dpa/Maxppp)

Winterliches "Kaiserwetter" zum Abschied von Akihito

Viele Japaner in der Menge ließen ihren Kaiser mit "Banzai"-Rufen hoch leben. Der japanische Hochruf soll Glück für zehntausend Jahre bringen. Andere riefen laut "Danke, Ihre Majestät". Dem normalen Volk bieten sich lediglich zwei Gelegenheiten im Jahr, dem Palast so nahe zu kommen, um den Kaiser zu sehen: zu Neujahr am 2. Januar und zu Akihitos Geburtstag am 23. Dezember.

Hinter den Kulissen wird unterdessen beraten, wie die neue Ära nach Akihito heißen könnte. Japan ist das einzige Land der Welt, in dem noch ein kaiserlicher Kalender verwendet werden. Während anderswo das Jahr 2019 geschrieben wird, ist in Japan Heisei 30 - das 30. Jahr der Herrschaft von Kaiser Akihito. Die Namensfindung ist Aufgabe der Regierung und findet im Geheimen statt. Ursprünglich sollte der Name schon zum Jahresende verkündet werden, doch die Prozedur verzögerte sich.

djo/jmw (afp, dpa)

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