Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei nimmt zu | Aktuell Europa | DW | 18.09.2019
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Flüchtlinge

Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei nimmt zu

Seit dem Putschversuch in der Türkei beantragen immer mehr Bürger Asyl in Deutschland. Inzwischen liegt die Türkei auf Platz vier der wichtigsten Herkunftsstaaten. 2019 dürfte ein neues Rekordjahr werden.

Die Zahl der türkischen Asylbewerber nimmt seit 2016 kontinuierlich zu. Das geht aus Daten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegen. Auch die Anerkennungsquote steigt demnach.

Von Januar bis August dieses Jahres stellten 7610 Türken einen Asylantrag in Deutschland; die Anerkennungsquote lag bei 44,8 Prozent, wie die Zeitung berichtet. Im gesamten Jahr 2018 hatte das BAMF insgesamt 10.655 Anträge von Türken entgegengenommen. Damals lag die Anerkennungsquote bei 41,4 Prozent. 2017 waren es 8483 Anträge türkischer Bürger bei einer Anerkennungsquote von 28,1 Prozent.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Im Jahr des Putsches selbst war die Türkei in den BAMF-Statistiken noch nicht unter den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten für Asylbewerber, hieß es. Mittlerweile liege sie auf Platz vier hinter Syrien, Irak und Nigeria. 2018 belegte sie den fünften Rang der Hauptherkunftsländer, 2017 war es Platz 6. Setzt sich der bisherige Trend für 2019 fort, wird die Zahl am Jahresende erneut über Vorjahresniveau liegen.

Zehntausende verfolgt

Seit dem Putschversuch geht die türkische Führung massiv gegen angebliche Anhänger des in den USA lebenden Islam-Predigers Fethullah Gülen, aber auch gegen Oppositionelle vor. Mehr als 100.000 Staatsbedienstete wurden in dem Zusammenhang entlassen und Zehntausende Menschen verhaftet. Auch Deutsche geraten immer wieder wegen angeblicher Terrorverbindungen oder dem Vorwurf der Präsidentenbeleidigung ins Visier der türkischen Justiz.

stu/mak (afp, kna, dpa)

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