Wirbel um Plan für Abzug aus Irak | Aktuell Nahost | DW | 06.01.2020
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US-Militär

Wirbel um Plan für Abzug aus Irak

Ein Brief eines US-Generals hat nicht nur in Washington für Aufregung gesorgt. Darin waren Vorbereitungen für einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak angekündigt worden. Das Pentagon spricht von einem Versehen.

US-Soldaten im Irak (picture-alliance/Zuma/U.S. Army )

US-Soldaten im Irak

Die US-Regierung hat Berichte über einen angeblichen Abzug der US-Truppen aus dem Irak energisch zurückgewiesen. "Es wurde keine Entscheidung getroffen, den Irak zu verlassen. Punkt", betonte Verteidigungsminister Mark Esper. Die Vereinigten Staaten seien weiter entschlossen, gemeinsam mit ihren Verbündeten und Partnern dort der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) entgegenzutreten.

Zuvor hatte der Leiter der US-Militäroperationen im Irak, Brigadegeneral William Seely, in einem Schreiben an die irakische Armeeführung Truppenbewegungen zur Vorbereitung eines Abzugs angekündigt. "Wir respektieren Ihre souveräne Entscheidung, unseren Abzug anzuordnen", heißt es darin. Die US-Armee werde ihre Kräfte deswegen in den kommenden Tagen und Wochen neu positionieren.

"Schlecht formuliert"

US-Generalstabschef Mark Milley teilte später mit, der Brief sei zwar echt, aber versehentlich an die Öffentlichkeit gelangt. Es handle sich um den nicht unterschriebenen Entwurf eines Schreibens, das auf erhöhte Truppenbewegungen habe hinweisen sollen. "Schlecht formuliert, lässt auf Abzug schließen. Das ist nicht, was geschieht", sagte Milley.

US-Militär General Mark Milley (Getty Images/C. Somodevilla)

Dementierte Rückzugspläne: US-Generalstabschef Milley

Die USA haben rund 5000 Soldaten im Irak stationiert, vor allem als Teil eines internationalen Militärbündnisses im Kampf gegen den IS. Das irakische Parlament hatte am Sonntag die Regierung in Bagdad aufgefordert, alle ausländischen Truppen des Landes zu verweisen. Zudem sollen ausländische Truppen künftig auch den irakischen Luftraum nicht mehr nutzen dürfen. Der Parlamentsbeschluss war eine Reaktion auf den US-Luftangriff im Irak, bei dem in der Nacht zum Freitag der iranische Top-General Ghassem Soleimani getötet worden war.

Bundeswehr zieht Soldaten ab

Die Bundeswehr wird aus Sicherheitsgründen die Zahl ihrer Soldaten im Irak reduzieren. Dies geschehe auf Anordnung des Kommandos der internationalen Anti-IS-Einsatze, teilten Außenminister Heiko Maas und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der Nacht zum Dienstag mit. Vor allem die Standorte Bagdad und Tadschi würden "vorübergehend ausgedünnt", die dort eingesetzten Soldaten zeitnah nach Jordanien und Kuwait verlegt. Wenn die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte wiederaufgenommen werde, könnten die Soldaten zurückverlegt werden. Außer mit Militärausbildern unterstützt die Bundeswehr den Kampf gegen den IS auch mit Tornado-Aufklärungsjets und Tankflugzeugen. 

wa/cw (afp, dpa, rtr)

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