Wintersport ohne echten Schnee | Top-Thema – Podcast | DW | 21.02.2014
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Top-Thema – Podcast

Wintersport ohne echten Schnee

Deutsche Wintersportgebiete haben große Probleme, weil es im Winter oft sehr mild ist und kein Schnee fällt. Dank Snowfarming kann man aber in den Gebieten trotzdem Wintersport machen – mit Kunstschnee vom vorigen Jahr.

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Wintersport ohne echten Schnee – das Top-Thema als MP3

In Ruhpolding in Bayern und in Titisee-Neustadt im Schwarzwald finden jedes Jahr wichtige internationale Wintersportveranstaltungen statt. Doch man kann sich immer seltener darauf verlassen, dass es auch schneit, denn die Winter in Deutschland werden milder. Um bei wichtigen Wettbewerben keine grüne Piste zu riskieren, nutzen die Veranstalter Snowfarming. Mit dieser Methode werden riesige Kunstschneemengen das ganze Jahr über gelagert.

Wenn es besonders kalt ist, wird sehr viel Kunstschnee produziert. Der wird dann unter einer Schicht aus Styropor oder Holzspänen gelagert und zusätzlich durch eine spezielle Folie vor Licht und Wind geschützt. So schmilzt der Schnee auch im Sommer nicht. Joachim Häfker organisiert die Sportveranstaltungen in Titisee-Neustadt: „Das ist für jeden Ort interessant, der einen Weltcup hat“, sagt er.

Auch in Finnland und in Skigebieten in Österreich und der Schweiz nutzt man das Snowfarming schon länger. Denn die Methode sorgt nicht nur für Planungssicherheit bei großen Veranstaltungen, sondern ist auch finanziell interessant. Denn früher mussten die Sportler zum Training oft extra in schneesichere Regionen reisen. Jetzt kann auch bei milden Temperaturen in Deutschland trainiert werden.

Obwohl auch beim Snowfarming Kunstschnee verwendet wird, ist die Methode besser für die Umwelt als die normale Beschneiung durch Schneekanonen. Denn der Schnee wird nur bei Minustemperaturen hergestellt, so dass man weniger Wasser und Energie benötigt. Snowfarming eignet sich aber nicht, um große Skigebiete den ganzen Winter mit Schnee zu versorgen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das rentabel wäre“, meint Joachim Häfker. Außerdem hat der Schnee vom vorigen Jahr nicht die gleiche Qualität wie echter Neuschnee. Urlauber könnte man damit nicht zufriedenstellen, meint er.


Glossar

mild – hier: warm; angenehm

Snowfarming (n., nur Singular) – eine Methode zur langen Lagerung von Schnee

Kunstschnee (m., nur Singular) – Schnee, der mit Maschinen aus Wasser produziert wird

Wettbewerb, -e (m.) eine Veranstaltung, bei der die Leistung verglichen wird

Piste, -n (f.) – hier: die Strecke, auf der Wintersportler den Berg hinunterfahren

etwas riskieren – bereit sein, ein Risiko einzugehen

Veranstalter, -/Veranstalterin, -nen – jemand, der eine Veranstaltung organisiert

riesig – sehr groß

Schicht, -en (f.) – hier: ein Material mit großer Fläche, das auf etwas anderem liegt

Styropor (n., nur Singular) – ein Kunststoff, der aus weichen weißen Kügelchen besteht

Holzspan, -späne (m.) – ein sehr kleines, dünnes Stückchen Holz

Folie, -n (f.) – hier: ein dünnes Verpackungsmaterial aus Kunststoff

schmelzen – durch Temperaturveränderung flüssig werden (z. B. Eis, Schnee)

Weltcup, -s (m.) – eine internationale Sportveranstaltung

schneesicher – so, dass ganz bestimmt Schnee liegt

Beschneiung, -en (f.) – der Prozess, bei dem mithilfe von Maschinen Schnee hergestellt und auf Flächen verteilt wird

Schneekanone, -n (f.) – die Maschine, die Schnee herstellt und auf einer Fläche verteilt

Minustemperatur, -en (f.) – die Temperatur, die unter 0 Grad Celsius liegt

sich eignen – hier: sinnvoll sein

rentabel – so, dass man einen Gewinn hat; so, dass sich etwas finanziell lohnt

Neuschnee (m., nur Singular) – der Schnee, der ganz frisch gefallen ist

jemanden zufrieden|stellen – dafür sorgen, dass jemand zufrieden ist


Fragen zum Text

1. Was ist das Besondere an Ruhpolding und Titisee-Neustadt?
a) Dort wird das ganze Jahr über Kunstschnee eingesetzt, damit die Skifahrer trainieren können.
b) Dort wurde eine besondere Methode erfunden, Schnee zu lagern.
c) Dort werden wichtige Wintersportwettkämpfe veranstaltet, obwohl die Orte nicht schneesicher sind.

2. Snowfarming nennt man die Methode, …
a) Neuschnee aus anderen Regionen in Skigebieten zu verteilen, die keinen Schnee haben.
b) durch eine besondere Lagerung Kunstschnee eine längere Zeit aufzuheben.
c) Kunstschnee mit Schneekanonen zu verteilen.

3. Was steht im Text?
a) Viele Sportler wollen sich lieber in Regionen auf ihre Wettkämpfe vorbereiten, in denen es viel Neuschnee gibt.
b) Skiurlauber können Kunstschnee nicht von echtem Schnee unterscheiden.
c) Die Herstellung von Kunstschnee ist günstiger, wenn man ihn bei sehr kalten Temperaturen herstellt.

4. Welcher Satz steht nicht im Passiv?
a) Große Kunstschneemengen werden im Sommer gelagert.
b) Die Winter werden in den letzten Jahren milder.
c) In den kalten Monaten wird viel Kunstschnee produziert.

5. Wie lautet der Satz im Aktiv? „Jetzt kann auch bei milden Temperaturen trainiert werden.“
a) Jetzt kann man auch bei milden Temperaturen trainieren.
b) Jetzt werden auch milde Temperaturen trainieren können.
c) Sportler können jetzt auch bei milden Temperaturen trainiert werden.


Arbeitsauftrag
Sollte man Wintersportgebiete um jeden Preis erhalten, auch wenn es dort keinen natürlichen Schnee mehr gibt? Diskutiert darüber im Kurs.

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