Wikileaks-Informantin Manning erneut in Haft | Aktuell Amerika | DW | 08.03.2019
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USA

Wikileaks-Informantin Manning erneut in Haft

Die einstige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning sitzt wieder in Haft. Manning hatte sich zuvor geweigert, vor Gericht Fragen zu der Enthüllungsplattform des australischen Journalisten Julian Assange zu beantworten. 

Chelsea Manning im Oktober in London

Chelsea Manning im Oktober in London

Die Whistleblowerin Chelsea Manning ist in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigert, vor der Grand Jury eines Gerichts im US-Bundesstaat Virginia auszusagen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Alexandria mitteilte, ordnete Richter Claude Hilton die Verhaftung an. Aus Mannings Umfeld hieß es, Hilton habe erklärt, Manning müsse so lange in Haft bleiben, bis sie sich anders entscheide.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beantragte Mannings Anwalt vor Gericht Hausarrest für seine Klientin. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt und Manning in die Justizvollzugsanstalt von Alexandria gebracht. 

England, London: WikiLeaks Gründer Julian Assange auf dem Balkon der Botschaft Ecuador (Reuters/N. Hall)

Julian Assange, hier im Jahr 2017, lebt seit 2012 in der Londoner Botschaft von Eucuador, um einer Auslieferung zu entgehen

Die Grand Jury - ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium - ist mit dem Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange befasst. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Quelle war Manning, die damals vor einer Geschlechtsumwandlung noch als Soldat Bradley Manning das Material von Militärrechnern herunterlud und Wikileaks zuspielte.

Für Trump eine "Verräterin"

Manning wurde 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Durch einen Gnadenerlass des damaligen demokratischen US-Präsidenten Barack Obama kam Manning 2017 vorzeitig frei. Obamas republikanischer Nachfolger im Weißen Haus, Donald Trump, hatte sie als "Verräterin" bezeichnet, die das Gefängnis "niemals" hätte verlassen dürfen.

Die 31-Jährige hatte schon vor der Festnahme ein Statement veröffentlicht. Darin macht sie deutlich, dass sie mit einer Inhaftierung rechne. Vor Gericht hatte sie vor Tagen erklärt, sie habe das verfassungsmäßige Recht zu schweigen. "Aus Solidarität mit vielen Aktivisten, die in Schwierigkeiten sind, werde ich zu meinen Prinzipien stehen", betonte sie. Sie werde jede rechtliche Möglichkeit, die ihr zur Verfügung stehe, ausschöpfen.

Wikileaks verurteilte Mannings Verhaftung als "Angriff auf die Pressefreiheit". "Whistleblower werden jetzt gezwungen, gegen Journalisten auszusagen und ins Gefängnis gesteckt, wenn sie nicht kooperieren", prangerte die Enthüllungsplattform im Kurzbotschaftendienst Twitter an. 

stu/jj (afp, dpa)

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