Wieder Flüchtlinge in der Ägäis ertrunken | Aktuell Europa | DW | 17.03.2018
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Europa

Wieder Flüchtlinge in der Ägäis ertrunken

Bei der versuchten Überfahrt aus der Türkei auf die griechische Insel Agathonisi sind mindestens 16 Migranten ertrunken. Die Zahl der Menschen, die bei solchen Aktionen ums Leben kommen, ging zuletzt stark zurück.

Griechenland Agathonisi Flüchtlinge in einem Dinghy (picture alliance/AP/L. Pitarakis)

Ein Flüchtlingsboot vor Agathonisi (Archivbild)

Drei Menschen konnten nach dem Kentern eines Holzbootes einen Strand der Insel erreichen und die Behörden alarmieren, teilte die griechische Küstenwache mit. Unter den Opfern seien auch vier Kinder. "Wir setzen die Such- und Rettungsaktion fort. Es waren 20 oder 21 Menschen an Bord", sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Nach offiziellen Angaben waren es die ersten Migranten, die dieses Jahr in der Ägäis ums Leben kamen. Trotz des Flüchtlingspaktes der EU mit der Türkei und einer weitgehenden Schließung der sogenannten Balkanroute setzen wöchentlich rund 300 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis über.

Allerdings machte die Hafenpolizei zunächst keine Angaben zur Herkunft der Opfer und zur Ursache. Das Unglück ereignete sich am Vortag des zweiten Jahrestages des Flüchtlingspaktes zwischen der EU und der Türkei. Dieser sollte unter anderem dazu dienen, die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen, die von der Türkei aus versuchen, auf die griechischen Inseln zu gelangen. In der Ägäis kamen zwischen 2015 und 2016 mehr als tausend Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Kinder.

Kauder: Frontex ausbauen

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex hatte mitgeteilt, 2017 sei die geringste Zahl an illegalen Migranten seit Beginn der Flüchtlingskrise vor vier Jahren registriert worden. Unterdessen schlug der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, in einem Interview mit dem Magazin "Focus" vor, Frontex weiter zu einer regelrechten Grenzschutzpolizei auszubauen.

ml/as (dpa, afp)