Wie die Formel 1 in Monaco Niki Laudas gedenkt | Sport | DW | 23.05.2019
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Formel 1

Wie die Formel 1 in Monaco Niki Laudas gedenkt

Die Formel 1 trauert und trägt rot: In Anlehnung an Niki Laudas Markenzeichen - eine rote Kappe - erinnert die Motorsport-Königsklasse beim Grand Prix in Monaco an den verstorbenen Helden der Serie.

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Trauer um Niki Lauda

Ein Mercedes-Stern in Ferrari-Rot? Was für die Wächter des Corporate Designs des Stuttgarter Autobauers eigentlich undenkbar ist, wird am Wochenende in Monaco in allen Kameraeinstellungen zu sehen sein. Mercedes gedenkt beim Grand Prix von Monte Carlo der Formel-1-Legende mit der Aufschrift "Danke Niki" auf beiden Wagen, zudem wird ein roter Stern auf der Motorabdeckung prangen. Es ist nur ein Symbol der Ehrerbietung an Niki Lauda, viele weitere werden folgen. Die Formel 1 verneigt sich und das an einem Ort, den man besser kaum hätte wählen können.

Monaco, jene magische Strecke durch das Fürstentum und seinen Yachthafen, seit jeher glitzerndes Highlight jeder Saison. Dort, wo die Fans so nah dran sind wie nirgends im Formel-1-Zirkus, fühlte sich auch Niki Lauda pudelwohl. Zwei Mal gewann er (1975 und 1976), zwei Mal wurde er Zweiter (1977 und 1978), drei Mal fuhr er auf die Poleposition (1974-1976). Sechs Tage vor dem 77. Grand Prix von Monaco starb Niki Lauda im Alter von 70 Jahren nach einem längeren Klinikaufenthalt. Die Formel 1 reagierte mit Trauer und widmet das nächste Rennen dem Österreicher.

Formel Eins Grand Prix in Monaco Gedenken an Niki Lauda (Getty Images/P. Fox)

Die Rennställe der Formel 1 verneigen sich vor Lauda - hier am Torro Rosso

Niki Lauda fährt mit

Eine Schweigeminute ist nach Medienberichten vor dem Rennen am Sonntag geplant, vermutlich auch ein Gedenk-Video auf den Leinwänden. Noch hat die Formel 1 bzw. Besitzer Liberty Media die Pläne aber nicht kommuniziert. Derweil zollen Fahrer und Rennställe dem verstorbenen Piloten ihren Respekt. Laudas Ex-Arbeitgeber Ferrari verzierte seine beiden Boliden an den Seitenkästen mit dünnen schwarzen Balken und dem Schriftzug Niki Lauda in der verspielten Schriftart, die der Österreicher in aktiven Ferrari-Zeiten (1974 bis 1977) verwendet hatte.

Ferrari-Starpilot Sebastian Vettel (Heppenheim) ließ gar kurzfristig einen roten Helm im Lauda-Design anfertigen, auf dem in schwarzen Lettern der Name des dreimaligen Champions zu lesen ist. "Niki hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Er war eine echte Rennsport-Ikone", sagte der 31-Jährige bei den Rennvorbereitungen im Fürstentum.

Auf den Toro-Rosso-Boliden war am Mittwoch bereits der Schriftzug "Danke Niki" zu lesen, daneben prangte in Schwarz-Weiß das Konterfei Laudas vor seinem schweren Feuerunfall 1976. Auch Ferrari-Kunde Haas gedachte Laudas mit einer Sonderschrift. Und das scheinen beileibe keinen öffentlichen Pflichtübungen der F1-Protagonisten zu sein. Weltmeister Lewis Hamilton wollte zunächst gar nicht über den Verlust seines Vorbilds reden. Sein Mercedes-Teamchef Toto Wolff ließ am Mittwoch eine Medienrunde verschieben.

Beide hatten nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung noch in der Nacht nach Laudas Tod am Montag eine Stunde lang telefoniert, um die Trauer gemeinsam zu verarbeiten. Wie ihm wird es vielen Motorsportfans gehen, die Lauda als Piloten, Manager und TV-Experten Jahr für Jahr an der Strecke gesehen haben. Auf den Tribünen an der Rennstrecke dürften rote Kappen jedenfalls keine Seltenheit sein.

"Diese öden Sponsoren-Dinners in Monaco"

Während der Schock in Laudas Umfeld noch tief sitzt, schien Lauda die Vergänglichkeit immer bewusst zu sein. "Wir mussten uns damit auseinandersetzen, dass wir vielleicht morgen nicht mehr da sind. Wir lebten schneller. Intensiver", sagte Lauda einmal. Dass sein Leben auf der Überholspur ein plötzliches Ende nehmen könnte, war Lauda spätestens nach seinem spektakulären Unfall auf dem Nürburgring 1976. Nach einem Aufprall entzündeten sich fast 200 Liter Benzin und Lauda war umgeben von Feuer. Die Folgen des Unfalls spürte der gebürtige Wiener bis ins Alter. Dass er sich auch von Rückschlägen wie einer Lungen-Transplantation nicht unterkriegen ließ und wieder berappelte, machte ihn einmal mehr zu Vorbild für seine Anhänger.

Formel Eins Grand Prix in Monaco 1983 Niki Lauda (picture-alliance/dpa/M. Kainulainen)

Nur das Rennen zählte: Niki Lauda beim Grand Prix von Monaco 1983

So wird Niki Lauda am Sonntag omnipräsent sein wenn die Boliden durch die engen Straßen an der Côte d'Azur donnern. Zwischen den Sektgläsern, Häppchen und Smalltalks am Rande der Strecke fühlte Niki Lauda selbst sich übrigens niemals richtig wohl. "Allein diese öden Sponsoren-Dinners in Monaco vor dem Grand Prix", schmähte Lauda in einem Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin "Profil" 2009. "Was ich da brav Präsidentengattinnen die Hände geküsst hab! Und innerlich tickte in mir immer nur der Satz: Wie komme ich möglichst schnell hier raus?" So war er. Das Rennen war eben alles, was wirklich zählte.

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