Widerstand gegen Reformen in Frankreich | Aktuell Europa | DW | 22.03.2018
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Frankreich

Widerstand gegen Reformen in Frankreich

Mit Streiks und Demos haben mehrere Hunderttausend Menschen in Frankreich gegen die Politik von Präsident Macron protestiert. Im Bahnverkehr kam es zu massiven Ausfällen. Und das war erst der Anfang.

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Kraftprobe: Streiks in Frankreich

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten zum Generalstreik aufgerufen. Unter anderem legten die Fluglotsen die Arbeit nieder. Schulen, Krankenhäuser und die Müllabfuhr waren auch betroffen. Weil auch die Lokführer ihre Arbeit niedergelegt hatten, fuhren nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF nur vier von zehn Hochgeschwindigkeitszügen (TGV) und nur einer von vier Intercity-Zügen. Auch der Regionalverkehr war erheblich gestört.

Landesweiter Streik in Frankreich Ausschreitungen (Reuters/C. Platiau)

Eisenbahnern droht der Verlust ihres beamtenähnlichen Arbeitsverhältnisses

An Protestmärschen und Demos waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 300.000 Menschen beteiligt. Die Gewerkschaft CGT sprach von 400.000 Teilnehmern landesweit, davon allein 40.000 in Paris.

Der Protest richtet sich unter anderem gegen die von Macron angekündigte Reform der Staatsbahn SNCF, deren Beschäftigte ihren beamtenähnlichen Status verlieren sollen. Der öffentliche Dienst demonstriert gegen die geplante Streichung von 120.000 Stellen.

Landesweiter Streik in Frankreich Ausschreitungen (Reuters/S. Mahe)

In Paris ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen vermummte Randalierer vor

Am Rande der zentralen Kundgebung in Paris und im westfranzösischen Nantes kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. In Nantes, wo laut Polizei 8500 Menschen auf die Straße gingen, wurden acht Menschen festgenommen und sechs Polizisten verletzt. In Paris flogen aus der Menge heraus Rauchbomben und Wurfgeschosse. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Einige Teilnehmer zerstörten die Fensterscheiben von Banken.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, sprach von einem "Warnschuss für die Regierung". Er verlangte im Sender RTL Verhandlungen über die Bahnreform, die Macron per Verordnungen durchsetzen will - und damit am Parlament vorbei. So war er bereits bei der umstrittenen Reform des Arbeitsrechts im Herbst vorgegangen, gegen die hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen waren.

Landesweiter Streik in Frankreich Ausschreitungen (Reuters/S. Mahe)

Auch Schüler und Studenten lehnen die Reformpläne der Regierung ab

Der Konflikt mit den Eisenbahnern könnte sich in den kommenden Wochen noch hochschaukeln: Während jetzt nur ein Teil der Eisenbahner-Gewerkschaften zur Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, ist ab Anfang April eine größere Protestwelle mit zahlreichen weiteren Streiks geplant.

Für diesen Freitag ist zudem ein Streik der Piloten und des Bordpersonals bei Air France angekündigt. Die Gesellschaft will ihre Flüge nach eigenen Angaben aber "zu 75 Prozent" aufrechterhalten.

uh/jj (dpa, afp)

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