WHO fordert mehr Hilfen für Entwöhnung von Rauchern | Aktuell Welt | DW | 26.07.2019
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Gesundheit

WHO fordert mehr Hilfen für Entwöhnung von Rauchern

Weltweit gibt es zwar Fortschritte beim Nichtraucherschutz und bei der Senkung des Tabakkonsums, aber bei Hilfen zur Entwöhnung hapert es noch. Das betont die Weltgesundheitsorganisation in ihrem Welt-Tabak-Bericht.

Weltweit sinkt zwar der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung, durch das Bevölkerungswachstum bleibt ihre Zahl aber bei rund 1,1 Milliarden konstant. 80 Prozent der Raucher leben in Ländern mit niedrigem bis mittleren Einkommen. Das geht aus dem jüngsten Welt-Tabak-Bericht hervor, den die Weltgesundheitsorganisation WHO in Rio de Janeiro vorstellte. Dass die Studie gerade dort präsentiert wurde, ist kein Zufall, denn Brasilien ist nach der Türkei erst das zweite Land der Welt , dass alle von der WHO empfohlenen Maßnahmen zum Eindämmen des Tabakkonsums voll umgesetzt hat. Tabak kann nicht nur geraucht, sondern auch geschnupft oder gekaut werden.

Weltweit sterben jedes Jahr sterben nach Angaben der WHO acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum. Die häufigsten Todesursachen seien Herzkrankheiten, Schlaganfälle sowie Lungenkrebs und andere Krebsarten. Der Wirtschaft gingen durch Gesundheitskosten und Arbeitsausfälle 1,4 Billionen Dollar (1,3 Billionen Euro) im Jahr verloren.

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Expertengespräch zu E-Zigaretten (05.04.2019)

Knapp die Hälfte der Menschen lebt in Ländern, die Ekelbilder etwa von Geschwüren, die durch Tabak verursacht wurden, auf Packungen drucken. Nur 2,4 Milliarden Menschen leben in Ländern, die Menschen unterstützen, die mit dem Tabakkonsum aufhören wollen, wie die WHO schreibt. Die Organisation empfiehlt zum Beispiel Hotlines für telefonische Sofortberatung oder entsprechende Online- oder Handy-Dienste. Hausärzte sollen Raucher ansprechen und auf Hilfen beim Aufhören hinweisen, und Nikotinersatztherapien sollen finanziell gefördert werden.

Kritik an Deutschland

Bei Deutschland bemängelt die WHO, dass es immer noch zu wenig strikte Vorgaben für rauchfreie öffentliche Räume gebe. Bei der Unterstützung von Rauchern, die die Nikotinsucht loswerden wollen, sieht sie ebenfalls Nachholbedarf. Werbeverbote sollten verschärft und die Steuern erhöht werden. "Mit dem Rauchen aufzuhören ist eines der besten Dinge, die man für seine eigene Gesundheit tun kann", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Genf Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generealdirektor WHO | Ebola-Ausbruch Kongo (Reuters/D. Balibouse)

Warnt vor dem Rauchen: WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus

Deutschland sollte sich stärker an Ländern mit besserer Prävention orientieren, forderte Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik und Gesundheitsförderung der Grünen-Fraktion im Bundestag. Sie verwies darauf, dass in Deutschland jährlich mehr als 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben würden. "Es ist unverständlich, dass Arzneimittel, die bei der Überwindung der Nikotinabhängigkeit helfen können, nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden dürfen."

Zudem sei Deutschland das letzte EU-Land, in dem die Außenwerbung für Tabakprodukte noch erlaubt sei. Zunehmend werde für Tabakerhitzer und E-Zigaretten geworben, was auch Kinder und Jugendliche anspreche. Die WHO warnt ebenfalls ausdrücklich vor Zigarettenersatz wie E-Zigaretten und Produkten, bei denen Tabak erhitzt statt verbrannt wird. Alle seien gesundheitsschädlich.

kle/wa (dpa, rtre)

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