Werbeboykott gegen Facebook weitet sich aus | Aktuell Amerika | DW | 27.06.2020
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Hasskommentare

Werbeboykott gegen Facebook weitet sich aus

Den Anfang machte der US-Telekommunikationskonzern Verizon, nun folgten unter anderem Unilever, Honda und Coca-Cola. Ihre Werbepausen auf den Onlineplattformen sind zwar unterschiedlich, ihr Ziel ist es aber nicht.

Immer mehr Branchenriesen erhöhen den Druck auf die US-Onlineplattformen Facebook und Twitter, Hasskommentare, Propaganda, Spam und Fake News zu unterbinden. Facebook samt Tochter Instagram sowie der Kurznachrichtendienst Twitter sind dringend aufgefordert, ihren Umgang mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten zu überdenken.

"Es gibt keinen Platz für Rassismus in der Welt und es gibt keinen Platz für Rassismus in den sozialen Netzwerken", sagte Coca-Cola-Chef James Quincey. Online-Netzwerke sollten mehr "Transparenz und Verantwortung" an den Tag legen. In den nächsten 30 Tagen werde Coca-Cola seine Werbestrategie überprüfen und "schauen, ob Korrekturen nötig sind", erklärte er. Coca-Cola ist eine der bekanntesten Marken der Welt und gibt enorme Summen für Werbung aus.

"Ein vertrauenswürdiges und sicheres digitales Ökosystem aufbauen"

Der amerikanische Mobilfunkbetreiber Verizon will seine Werbepause solange aufrechterhalten, bis Facebook eine akzeptable Lösung anbiete. Der japanische Fahrzeug- und Motorenhersteller Honda zieht seine Werbung für einen Monat zurück, und der britisch-niederländische Konsumgüterriese Unilever - wegen der US-Präsidentschaftswahl im November - sogar für den Rest dieses Jahres. "Die polarisierte Atmosphäre erlegt Marken eine erhöhte Verantwortung auf, ein vertrauenswürdiges und sicheres digitales Ökosystem aufzubauen", twitterte der Konzern zur Begründung. Der Werbeverzicht gelte ab sofort.

Bürgerrechtsgruppen hatten zu dem Werbeboykott aufgerufen. Zuvor hatten bereits der Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry's (eine Unilever-Marke) sowie die Outdoorbekleidungskonzerne Patagonia und North Face angekündigt, zunächst nicht mehr auf Facebook werben zu wollen.

Zuckerberg gelobt Besserung

Die Aktien von Facebook und Twitter verloren an der New Yorker Börse jeweils mehr als sieben Prozent. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kündigte inzwischen einen neuen Umgang mit Inhalten an, die gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks verstoßen. Demnach sollen Posts gelöscht werden, in denen behauptet werde, dass Menschen etwa einer gewissen Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung eine Gefahr für die Sicherheit oder Gesundheit darstellten. Inhalte von allgemeinem Interesse, die gegen die Regeln verstießen, würden nun gekennzeichnet. Alle Posts und Werbespots zu Wahlen sollen mit einem Link zu maßgeblichen Informationen versehen werden. Es gebe bei den neuen Maßnahmen "keine Ausnahmen für Politiker", erklärte Zuckerberg.

Washington Kongress Facebook CEO Mark Zuckerberg Kongress Aussage (picture-alliance/Photoshot/L. Jie)

Facebook-Konzernchef Mark Zuckerberg (Archiv)

Eine Sprecherin bestätigte, dass nach der neuen Vorgehensweise auch eine umstrittene Botschaft im vergangenen Monat von Präsident Donald Trump zu Briefwahlen gekennzeichnet worden wäre. Zuletzt war unter den Mitarbeitern des US-Konzerns wie auch unter Kongressabgeordneten der Unmut über die bisherige Praxis von Facebook gewachsen, als aufrührerisch empfundene Botschaften des Präsidenten unangetastet zu lassen.

rb/ack (afp, ap, dpa, rtr)

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