Wer hat Angst vorm BER-Abriss? | Aktuell Deutschland | DW | 18.03.2018
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Aktuell Deutschland

Wer hat Angst vorm BER-Abriss?

Sollte man den Berliner Flughafen BER abreißen und komplett neu bauen? Ein hochrangiger Lufthansa-Manager glaubt, dass es so kommen könnte. Der Konzern selbst hat diese Aussage kurze Zeit später relativiert.

Ist das jetzt nur eine persönliche Meinung? Oder hat sich hier ein hochrangiger Manager getraut, das auszusprechen, was inzwischen möglicherweise viele in der Branche denken? Auf dem "Unternehmertag am Tegernsee" hat Lufthansa-Vorstand und Eurowings-Chef Thorsten Dirks gesagt, dass er mit dem Abriss des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) rechne. "Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut", so zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" den Manager.

Eurowings-Sprecher versucht Aussage zu relativieren

Lufthansa und das Tochterunternehmen Eurowings versuchten diese Aussage kurze Zeit nach der Veröffentlichung wieder einzufangen. "Thorsten Dirks hat die Aussage zum BER zugespitzt, um auf das Ausmaß der Probleme am Hauptstadtflughafen hinzuweisen", so ein Eurowings-Sprecher. Selbstverständlich plädiere die Lufthansa Gruppe nicht für einen Neubau des Flughafens.

Thorsten Dirks, Vorstandsmitglied der Lufthansa und Chef von Eurowings

Thorsten Dirks, Vorstandsmitglied der Lufthansa und Chef von Eurowings

Neuer Verkehrsminister will BER zu Ende bauen

Danach sieht es in der Tat nicht aus, der neue Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat das ausgeschlossen. Er will, dass der Bau des Terminals erfolgreich abgeschlossen wird. Er räumte aber ein, dass die Verzögerungen für Gesprächsstoff in aller Welt sorgen würden. "Leider ist das Label BER inzwischen so beschädigt, dass es international nur noch für Belustigung sorgt", sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung.

Alte Computer, alte Monitore, neues Logo

Zudem müssen im Gebäude vor einer möglichen Eröffnung bereits viele Teile ausgetauscht werden. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass 750 Monitore für Fluggastinformationen ersetzt werden müssen. Sie sind vor der geplanten Eröffnung im Jahr 2012 eingebaut worden und haben mittlerweile das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Die neuen Monitore werden etwa eine halbe Million Euro kosten. Und auch die von Fluggesellschaften eingebauten Möbel und Geräte müssen zum Teil ausgetauscht werden. Nach sechs Jahren ist die Technik oftmals veraltet. Außerdem hat sich die Lufthansa inzwischen ein neues Logo gegeben.

Bildergalerie Großbauprojekte Flughafen Berlin Brandenburg (dapd)

Vieles, was am BER bis 2012 eingebaut wurde, ist inzwischen veraltet

Oktober 2020 soll es losgehen - noch...

Aktuell ist die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg für den Oktober 2020 geplant. Es könnte aber sein, dass auch dieser Termin nicht zu halten ist; es gibt schon Spekulationen über eine Verschiebung auf das Jahr 2021. Baubeginn für den BER war im Jahr 2006, die ursprünglich geplante Eröffnung im Jahr 2012 ist bereits einige Male verschoben worden.

bru/rb (dpa, afp, rtr)

 

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