Weltweite Trauer um Desmond Tutu | Aktuell Welt | DW | 27.12.2021
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Südafrika

Weltweite Trauer um Desmond Tutu

Nach dem Tod des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers sind weltweit dessen Verdienste gewürdigt worden. Tutus Einsatz gegen die Apartheid und für Menschenrechte bleibe in Erinnerung, heißt es einmütig.

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Südafrika: Leben und Vermächtnis von Erzbischof Desmond Tutu

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete Desmond Tutu als "überragende globale Figur für den Frieden und eine Inspiration für Generationen in der ganzen Welt". Der emeritierte Erzbischof sei ein "unerschütterlicher Verfechter des Multilateralismus" gewesen und habe sich auch leidenschaftlich im Kampf gegen Armut, Klimawandel oder HIV engagiert, so Guterres. Er fügte hinzu: "Während der dunkelsten Tage der Apartheid war er ein leuchtendes Beispiel für soziale Gerechtigkeit, Freiheit und gewaltlosen Widerstand."

Als einen "wahren Diener Gottes und des Volkes" würdigten US-Präsident Joe Biden und seine Ehefrau Jill den verstorbenen Geistlichen. "Wir hatten das Glück, in den letzten Jahren bei mehreren Gelegenheiten Zeit mit ihm zu verbringen", erklärten die Bidens. Die Kraft seiner Botschaft von Gerechtigkeit, Gleichheit und Versöhnung im Kampf gegen Rassismus und Extremismus sei immer zu spüren gewesen. "Er folgte seiner spirituellen Berufung, eine bessere, freiere und gleichere Welt zu schaffen."

"Uns allen ein Vorbild"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Tutu als einen der "markantesten Kämpfer gegen Apartheid und für Demokratie und Menschenrechte". Er werde in Deutschland unvergessen bleiben "als Christ und politischer Priester, als Versöhner und als unabhängiger Geist", sagte Steinmeier. "Sein unerschütterliches Engagement gegen Apartheid soll uns allen ein Vorbild sein, uns unablässig gegen Rassismus und Ungleichbehandlung zu engagieren."

"Desmond Tutu hat entscheidend zur Beendigung der Apartheid in Südafrika beigetragen", betonte auch Bundeskanzler Olaf Scholz. "Er hat sich lebenslang für die Prinzipien von Menschlichkeit, Freiheit und Gleichheit eingesetzt und sich um Ausgleich und Versöhnung der Menschen bemüht."

"Herzlichkeit und Humor"

Die britische Königin Elizabeth II. erklärte, sie erinnere sich gerne an ihre Begegnungen mit Tutu "und an seine große Herzlichkeit und seinen Humor". Premier Boris Johnson zeigte sich "zutiefst betrübt" über Tutus Tod. "Er war eine entscheidende Figur im Kampf gegen die Apartheid und im Kampf für die Schaffung eines neuen Südafrikas", schrieb Johnson. Ähnlich äußerten sich zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs. 

Tutu, der 1984 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, war am Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. Seine Beisetzung ist für kommenden Samstag, 1. Januar, geplant. Von Montag bis Freitag dieser Woche sollen die Glocken der anglikanischen St. George's-Kathedrale in Kapstadt zum Gedenken an Tutu mittags jeweils zehn Minuten lang läuten.

wa/haz/fw (dpa, afp, rtr)

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