Weitere Polizisten wegen des Todes von George Floyd angeklagt | Aktuell Amerika | DW | 03.06.2020
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USA

Weitere Polizisten wegen des Todes von George Floyd angeklagt

Das hatten die Demonstranten und auch die Angehörigen tagelang gefordert: Nach der Tötung des Schwarzen George Floyd werden nun in Minnesota alle Polizisten angeklagt, die an dem Einsatz beteiligt waren.

Die Senatorin von Minnesota, Amy Klobuchar, bestätigte, dass nach dem tödlichen Einsatz gegen den Afroamerikaner George Floyd nun alle vier daran beteiligten Polizisten angeklagt werden. Es geht bei den drei weiteren Ex-Polizisten Presseberichten zufolge um Beihilfe und um Anstiftung zum Mord. Alle vier Männer waren bereits nach dem Vorfall in Minneapolis entlassen worden.

Bei dem Polizeieinsatz am Montag vergangener Woche hatte einer der vier beteiligten Beamten Floyd fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt. Alle Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen, ignorierte er. Dieser weiße Polizist, der Floyd sein Knie in den Nacken drückte, sitzt in Untersuchungshaft und muss sich wegen Totschlags (darauf stehen bis zu zehn Jahre Gefängnis) und Mord zweiten Grades (bis zu 40 Jahre Gefängnis) verantworten. Mord zweiten Grades - diese Unterteilung ist eine Besonderheit des US-amerikanischen Rechtssystems. Hier geht es unter anderem um die Frage des Vorsatzes.  In Deutschland ist Vorsatz Voraussetzung für eine Mordanklage. Floyds Angehörige forderten eine harte Bestrafung des Ex-Polizisten.

Bundesstaat ordnet Untersuchung der Polizei an

Nach dem gewaltsamen Tod Floyds wird die komplette Polizei in Minneapolis einer eingehenden Untersuchung wegen möglicher diskriminierender Praktiken unterzogen. Der Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, teilte mit, die Menschenrechtsabteilung seiner Verwaltung habe eine Bürgerrechtsklage gegen die Polizeibehörde der Großstadt eingebracht. Nun würden deren Richtlinien, Verfahren und Praktiken der vergangenen zehn Jahren untersucht, um herauszufinden, ob die Polizei in Minneapolis systematisch Minderheiten diskriminiert habe.

ml/uh (rtr, dpa)

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