Wechselbad der Gefühle im Handelsstreit | Wirtschaft | DW | 27.11.2018
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Strafzölle

Wechselbad der Gefühle im Handelsstreit

Stehen US-Strafzölle gegen Autobauer aus der EU kurz bevor? Ein Medienbericht belastet die deutschen Autowerte im DAX. Unterdessen sorgt ein Statement von Trump-Berater Larry Kudlow für Schlagzeilen.

US-Präsident Donald Trump könnte einem Magazinbericht zufolge schon kommende Woche Sonderzölle auf Auto-Importe verhängen. "Der Untersuchungsbericht des Handelsministeriums liegt auf dem Tisch des Präsidenten", berichtete die "Wirtschaftswoche" am Dienstag vorab unter Berufung auf EU-Kreise. "Trump wird die Zölle womöglich schon kommende Woche nach dem G20-Treffen in Buenos Aires beschließen." Der Bericht empfehle 25 Prozent Zoll auf Auto-Importe aus allen Ländern außer Kanada und Mexiko. Ausnahmen für bestimmte Pkw-Typen werde es nicht geben. "Der Bericht empfiehlt so breit angelegte Maßnahmen wie nur möglich." An der Börse reagierten Anleger mit Verkäufen. Die Aktien der deutschen Autowerte lagen deutlich im Minus.

Im Juli hatte Trump EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zugesagt, keine neuen Zölle gegen Europa zu verhängen, solange die USA und die EU über den Abbau von Handelsbarrieren verhandeln. Vom Weißen Haus, dem US-Wirtschaftsministerium und der EU-Kommission waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten. Ein Kommissionssprecher sagte aber, dass EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nicht wie von dem Magazin berichtet am Mittwoch nach Washington fliegen werde. Die Brüsseler Behörde verhandelt Außenhandelsfragen für alle 28 EU-Mitglieder.

Das US-Wirtschaftsministerium hat eine Studie angefertigt, ob der Import von Autos die nationale Sicherheit der USA bedroht. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse aber noch nicht.

Der Index der europäischen Auto-Aktien brach nach dem Magazinbericht um 2,5 Prozent ein. Die Titel von Volkswagen verloren bis zum Handelsende in Frankfurt vier Prozent, die Papiere von Daimler 2,4 Prozent. Das Minus bei BMW fiel mit 1,3 Prozent noch relativ moderat aus.

White House Pressekonferenz Larry Kudlow Wirtschaftsberater Trump (Reuters/K. Lamarque)

Überraschendes Statement: Larry Kudlow deutet Bewegung im US-Handelsstreit mit China an

Einigung im US-Handelsstreit mit China in Sicht?

Unterdessen sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, dass er im seit Monaten währenden Handelsstreit mit China eine Einigung beim bevorstehenden G20-Gipfel in Argentinien für möglich halte. Ziel sei weiterhin, die gegenseitigen Zölle auf Null herunterzufahren, unterstrich Kudlow in Washington. Dazu müsse sich China aber zu freiem, fairem und wechselseitigem Handel bekennen. "Sie sind jetzt eine große Volkswirtschaft, es ist nicht so wie vor 25 oder 30 Jahren", sagte Kudlow.

Die USA fordern seit langem ein Bekenntnis Chinas zum Verzicht auf den Diebstahl geistigen Eigentums. Dies ist seit Jahrzehnten eine Sorge westlicher Unternehmen und Regierungen. In der Auseinandersetzung hat Trumps Regierung China mit erheblichen Sonderzöllen auf Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar überzogen. China hatte mit Gegenmaßnahmen auf Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar reagiert.

tko/ww (rtr, dpa)

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