Webseiten der Deutschen Welle über das Tor-Protokoll erreichbar | Pressemitteilungen | DW | 20.11.2019
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Pressemitteilungen

Webseiten der Deutschen Welle über das Tor-Protokoll erreichbar

Die Deutsche Welle setzt sich für Meinungsfreiheit ein. Ihre Webseiten werden jedoch in manchen Ländern gesperrt. Um den Menschen dennoch einen Zugang zu ermöglichen, ist die DW nun über das Tor-Protokoll zu erreichen.

Menschen in Ländern, deren Regierungen den Zugriff auf unabhängige Nachrichten sperren oder überwachen, können ab sofort sicher und anonym die Webseiten der Deutschen Welle aufrufen. Mit Unterstützung des OTF (Open Technology Fund) und dem Tor-Projekt hat die DW einen sogenannten Mirror Proxy installiert. Dadurch können die Webinhalte von dw.com über eine TOR-Webadresse erreicht werden.  

Guido Baumhauer, Direktor Distribution & Technik der DW, begründet diese Ergänzung zu bekannten Softwarelösungen für Zensurumgehung: "Unsere Zielgruppen weltweit mit unabhängigen Informationen zur versorgen, ist  Teil der DNA der DW. Deshalb ist es ein logischer Schritt, dass wir jetzt auch die Möglichkeit nutzen, durch Tor Menschen in zensierten Märkten zu erreichen, die bisher keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu freien Medien hatten."

Webseiten, die nur über Tor (The Onion Router) aufrufbar sind, erkennt man an der Endung .onion. Zum Aufruf benötigt man einen speziellen Browser, wie zum Beispiel den auf Firefox basierenden Tor-Browser. Neben der Deutschen Welle bieten bisher nur wenige bekannte Webseiten eine Onion Adresse an, darunter die New York Times und die BBC.

Zum Hintergrund: Die Webseiten der DW sind in China und dem Iran seit vielen Jahren komplett gesperrt. Mit dem Tor Browser kann diese Sperre umgangen werden und der Nutzer kann anonym die Seiten der DW lesen. Wenn ein Nutzer auf eine Tor-Webseite zugreift, erstellt der Tor-Browser einen „Pfad“ über mehrere anonyme Router in das Tor-Netzwerk, während die Webseite einen eigenen Pfad in das Tor-Netzwerk hinein aufbaut. Erst im Inneren des Tor-Netzwerks treffen diese beiden Pfade aufeinander. Somit bleibt der Tor-Benutzer (Client) anonym und der Webseiten-Betreiber (Server) auch. Weil die Kommunikation über mehrere Router erfolgt und jeder dieser Router eine eigene Verschlüsselung über die Verschlüsselung der anderen Router legt, entstehen mehrere Verschlüsselungs-Schichten. Dieses Schichten erinnern an eine Zwiebel, woher Tor - The Onion Router - auch seinen Namen hat. 

Die Deutsche Welle Tor-Adresse lautet: https://dwnewsvdyyiamwnp.onion