Walter-Lübcke-Demokratie-Preis vergeben | Aktuell Deutschland | DW | 22.09.2020
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Deutschland

Walter-Lübcke-Demokratie-Preis vergeben

Der nach dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten benannte Preis wird erstmals verliehen. Ausgezeichnet werden Dunja Hayali, Robert Erkan und ein hessischer Verein gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

Deutschland | Volker Bouffier | Trauerfeier für den verstorbenen Regierungspräsidenten (imago images/Hartenfelser)

Hessens Regierungschef Volker Bouffier bei der Trauerfeier für Walter Lübcke im Juni 2019

Die Preisträger setzten sich herausragend und eindrucksvoll für Freiheit, Respekt und Toleranz ein, sagte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Wiesbaden. "Sie machen sich für ein funktionierendes Miteinander in der Gesellschaft und die Bewahrung unserer demokratischen Werte stark." Wann der Preis überreicht wird, steht noch nicht fest.

Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali erhält nach Bouffiers Worten den Preis für ihren journalistischen Stil und ihren Mut, gesellschaftliche Konfliktthemen offensiv anzugehen. Sie sei bereits mehrfach Opfer von Hass und Hetze geworden. Doch sie lasse sich nicht einschüchtern, sagte der Regierungschef.

Journalistin I Dunja Hayali (Gregor Fischer/dpa/picture-alliance)

Die deutsche Journalistin Dunja Hayali ist Tochter irakischer Christen aus Mossul

Das "Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus - für demokratische Kultur in Hessen" bietet nach Bouffiers Angaben Information, Prävention, Beratung und Begleitung bei regionalen Konflikten im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus und für eine demokratische Kultur. Der Verein unterstütze Runde Tische in Gemeinden, Schulen und anderen Einrichtungen sowie Angehörige von Rechtsextremen.

Der dritte Preisträger, Robert Erkan, ist der Hanauer Beauftragte zur Betreuung der Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar in der hessischen Stadt. Bouffier nannte den Hanauer Erkan ein "Vorbild für gelebte Integration". Der Hesse, dessen Eltern Wurzeln in einer kroatisch-christlichen und einer türkisch-muslimischen Familie hätten, sei es in besonderer Weise gelungen, Ansprechpartner für die Opfer des Anschlags vom 19. Februar zu sein und ihnen beizustehen.

Auszeichnung für Freiheit, Mut, Respekt und Toleranz

Der Walter-Lübcke-Demokratie-Preis soll vom hessischen Ministerpräsidenten alle zwei Jahre zur Erinnerung an den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verliehen werden. Lübcke war am 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses erschossen worden, die Ermittler gehen von einem rechtsextremistischen Motiv aus. Er war durch seinen Einsatz für Flüchtlinge bundesweit bekannt geworden.

Die Auszeichnung des Bundeslandes Hessen soll an einzelne Persönlichkeiten, Vereine, Stiftungen oder Institutionen vergeben werden, die die Werte der demokratischen Grundordnung vorleben und verteidigen.

qu/haz (dpa, afp, epd)

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