Wall Street: Panne oder Cyberangriff? | Wissen & Umwelt | DW | 10.07.2015
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Wall Street: Panne oder Cyberangriff?

New Yorker Börse und Wall Street Journal Online kollabierten am Mittwoch zur gleichen Zeit. Wegen technischer Probleme? Oder war es doch ein Cyberangriff? Eine Spurensuche im Netz.

Am Mittwoch war sowohl die New Yorker Börse als auch die Onlineausgabe des Wall Street Journals für mehrere Stunden nicht erreichbar. Der Grund für den Ausfall vermutet Tom Farley, Präsident der Wertpapierbörse, in einer fehlerhaften Systemkonfiguration nach einem System-Update. So lautet zumindest die aktuelle Stellungnahme.



Sowohl das U.S Department of Homeland Security als auch Mary Jo White, Vorsitzende der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission, schließen zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Cyberangriff aus. Obwohl Spekulationen über einen gezielten Angriff bisher dementiert wurden, kursiert in den Sozialen Medien eine vitale Debatte über genau dieses Szenario. Angeheizt wird die Diskussion durch einen Tweet der Hackergruppe Anonymous, der am morgen vor dem Crash veröffentlicht wurde.




Eric Scott Hunsader, High-Frequency-Trading Experte und Nanex Gründer, begleitet den Vorfall an der New Yorker Wertpapierbörse mit zahlreichen visuellen Datenanalysen auf Twitter. Die ersten zwei Grafiken zeigen den abrupten Handel gegen 11:32 Uhr lokaler Ortszeit sowie die Aufnahme des Börsenhandels gegen 15:30 Uhr. Die dritte Grafik dokumentiert den Ausfall der NYSE Handelsbewegungen ab 11:32 Uhr.









Auch die Internetseite des "Wall Street Journal", dem führenden Wirtschaftmagazin, war zeitgleich zum Börsenausfall nicht zu erreichen. Längere Zeit war nur eine abgespeckte Version der Seite zu sehen. Auf der Homepage wurden "technische Probleme" genannt. Reiner Zufall? Bislang hat sich niemand zu den Ursachen geäußert. Ein Cyberangriff wurde weder bestätigt noch dementiert. Via Twitter meldete sich die Börsenzeitung wieder zurück.

Nur wenige Experten möchten sich zur Zeit zu den Pannen äußern. Und wenn, dann nur sehr zurückhaltend. So sagte uns Lars Kroll, Cyber Security Strategist bei Symantec, dass ein Angriff auf ein System grundsätzlich möglich sei, wenn genügend Ressourcen zur Verfügung stehen würden. "Anhand der öffentlich zugänglichen Informationen", so Kroll, "kann man allerdings keine seriösen Rückschlüsse auf einen Angriff ziehen". Dafür gäbe es keine hinreichenden Indizien. Wahrscheinlicher sei eine technische Störung.