Walfang-Verbot auf dem Prüfstand | Aktuell Welt | DW | 24.10.2016
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Natur und Umwelt

Walfang-Verbot auf dem Prüfstand

Darf Japan seinen Walfang zu vermeintlich wissenschaftlichen Zwecken fortsetzen? Über diese Frage wird von diesem Montag an die Internationale Walfangkommission (IWC) beraten. Doch nicht nur Japan ist unter Beobachtung.

Japan Walfang (picture-alliance/dpa/T. Watters)

Ein Bild eines japanischen Schiffes im Gebiet der Antarktis

Die Internationale Walfangkommission (IWC) ist zu ihren Beratungen diesmal im slowenischen Portoroz zusammengekommen. Sloweniens Umweltministerin Irena Majcen eröffnete die fünftägige Veranstaltung. Die Wiederaufnahme des japanischen Walfangprogramms steht im Mittelpunkt. Japan fängt - angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken - wieder Wale, obwohl sich das Programm nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) aus dem Jahr 2014 wissenschaftlich nicht rechtfertigen lässt.

Hoffnung auf Schutzgebiet

Für den kommerziellen Fang von Großwalen gilt seit 1986 ein Moratorium. Ausnahmeregelungen gibt es für den Fang zu streng wissenschaftlichen Zwecken und den Walfang indigener Völker zur Deckung des eigenen Bedarfs. Weiteres Thema der IWC-Vollversammlung, die bis Freitag dauert, ist die mögliche Errichtung einer 20 Millionen Quadratkilometer großen Zone im Südatlantik, in der die Meeressäuger vor jeglicher Jagd sicher wären. Ein solches Schutzgebiet wäre aus Sicht der Umwelt- und Tierschützer ein großer Fortschritt.

Video ansehen 04:24

Blutiger Walfang auf den Färöer-Inseln

Die IWC, der rund 90 Länder angehören, reguliert die Aktivitäten rund um den Walfang. Unter den Mitgliedern sind sowohl Befürworter als auch Gegner der Jagd auf die Säugetiere, unter ihnen Deutschland. Die IWC feiert in diesem Jahr den 70. Jahrestag ihrer Gründung sowie den 30. Jahrestag des Verbots des kommerziellen Walfangs.

Doch nicht nur Japan nutzt Schlupflöcher bei den Regelungen zur Jagd. "Feierstimmung kommt nicht auf, solange drei Walfangländer dieses Verbot unterwandern", sagt Nicolas Entrup, Berater der Umweltorganisation OceanCare, der Deutschen Presse-Agentur. Norwegen - das Land, das die meisten Wale jagt - hatte gegen das Moratorium Einspruch erhoben, Island Vorbehalte angemeldet.

2000 Tiere im Jahr

So fallen nach Angaben von Ocean Care immer noch jährlich 2000 Wale der Harpune zum Opfer. Zwar waren es vor dem Moratorium 30.000 im Jahr. Da sich aber die großen Meeressäuger nur über lange Zeiträume und in geringer Zahl vermehren, kann für einzelne Arten auch die Tötung relativ weniger Tiere zur Bedrohung werden. 

ml/cgn (dpa, ape)

 

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