Waldbrände in Portugal weitestgehend unter Kontrolle | Aktuell Europa | DW | 22.07.2019
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Südeuropa

Waldbrände in Portugal weitestgehend unter Kontrolle

Die Waldbrände in Portugal sind zum größten Teil eingedämmt. Doch Entwarnung wird nicht gegeben. Noch kämpfen 1000 Feuerwehrleute im Zentrum Portugals weiter gegen die verheerenden Feuer.

Zu 90 Prozent sind nach Angaben des Zivilschutzes die Feuer unter Kontrolle. In den betroffenen Gebieten sind die Hilfskräfte jedoch weiter im Einsatz. Trotz erheblicher nächtlicher Anstrengungen der Feuerwehr sei das Feuer in zehn Prozent des Brandgebietes aber noch aktiv, sagte ein Behördensprecher.

Die Feuer rund um die Gemeinden Vila de Rei und Mação rund 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lissabon hätten zwar etwas nachgelassen, jedoch seien mehrere Dörfer weiter in Gefahr, zitierte die portugiesische Zeitung "Público" den Zivilschutz. Starke Winde bereiten Probleme bei den Löscharbeiten.

Die Löschtrupps, die mit mehr als 300 Fahrzeugen im Einsatz waren, kämpften gegen zwei verschiedene Feuerfronten, hieß es. Hohe Temperaturen von bis zu 40 Grad, niedrige Luftfeuchtigkeit und starke Winde erschwerten die Löscharbeiten. Mindestens acht Menschen waren am Wochenende verletzt worden, mehrere Häuser wurden zerstört.

BdTD Portugal | Waldbrände (Getty Images/AFP/P. De Melo Moreira)

Eine Frau kämpft in der Nähe von Roda gegen die Flammen

Am Samstag war in der Bergregion Castelo Branco, rund 200 Kilometer nördlich von Lissabon, Feuer an drei Fronten ausgebrochen. Am schwersten betroffen war die Gemeinde Vila de Rei. Die Flammen loderten nur rund 20 Kilometer vom Kreis Pedrógão Grande entfernt, wo im Juni 2017 bei Bränden mehr als 60 Menschen ums Leben kamen. Es war die schlimmste Katastrophe in der jüngeren Geschichte Portugals.

Bislang 31 Verletzte

Mehr als 1700 Feuerwehrleute waren am Wochenende mit 500 Löschfahrzeugen und rund 20 Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz, um die Brände zu löschen. 31 Menschen erlitten nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums Verletzungen, darunter mehrere Feuerwehrleute.

Waldbrand in Portugal Cardigos (Reuters/R. Marchante)

Verbrannte Erde in Cardigos

Grund für das hohe Waldbrandrisiko sind auch strukturelle Probleme. Die Region leidet unter Landflucht. Viele Felder, Wiesen und Wälder werden nicht mehr bewirtschaftet. Stattdessen wird Eukalyptus angebaut, der in der Papierproduktion verwendet wird. Die schnell wachsenden Bäume sind ein lukratives Geschäft, aber sehr leicht entzündlich.

Dem Europäischen Waldbrand-Informationssystem (Effis) zufolge sind zwischen Januar und April dieses Jahres in Europa bereits mehr als 250.000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört worden. Während der gesamten Waldbrand-Saison im Jahr 2018 waren es nur 181.000 Hektar.

cgn/kle (afp, ap, dpa)

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