Wachstum in China lahmt | Aktuell Wirtschaft | DW | 12.07.2013
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Aktuell Wirtschaft

Wachstum in China lahmt

Chinas Regierung stimmt das Volk auf geringere Wachstumsraten ein. Das Land will unabhängiger vom Export werden - stattdessen soll die private Konsumnachfrage gestärkt werden.

Ein Bankangestellter zählt in einer Bank im zentralchinesischen Hefei Yuan-Banknoten. (Foto: dpa - Bildfunk)

Symbolbild China Inflation fällt

Das Wachstum in China wird nach den neuesten Prognosen der Regierung schlechter als erwartet ausfallen. Nachdem Peking vor vier Monaten noch 7,5 Prozent als Ziel ausgegeben hatte, bezifferte Finanzminister Lou Jiwei das Wachstum für dieses Jahr nur noch mit sieben Prozent, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag meldete. Das wäre das geringste Wachstum seit 23 Jahren. Am Montag sollen die Konjunkturzahlen für das erste Halbjahr bekanntgegeben werden.

"Trotz der sinkenden Wachstumsraten zahlen sich die Strukturreformen aus", wird Finanzminister Lou Jiwei zitiert. Schwächere Konjunkturdaten seien die unvermeidbare Folge der Wirtschaftsreformen. Die neue Führung unter Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang nimmt geringere Zuwachsraten in Kauf, weil der private Konsum gefördert und die Wirtschaft unabhängiger von Exporten werden soll. Außerdem geht die Regierung gegen den ausufernden Bereich der Schattenbanken vor.

Kampf gegen Schattenbanken

In China verleihen nicht nur Banken Geld - viele Unternehmen und Kommunen bedienen sich auch spezieller Kreditvehikel, die nicht in den Bilanzen der Banken aufgeführt sind. Schattenbanken können Tochtergesellschaften von Banken sein, die außerhalb der Bankbilanzen tätig werden, aber auch illegale Unternehmen, die Geldwäsche betreiben. Der Schattenbanken-Sektor gilt inzwischen als eines der größten Risiken für die chinesische Wirtschaft.

Zuletzt schon hatte das Wachstum spürbar an Fahrt verloren. So brachen die Exporte erstmals seit anderthalb Jahren ein. Dabei spielte neben der schwächeren internationalen Nachfrage aber auch eine Rolle, dass die Regierung in Peking verstärkt gegen gefälschte Rechnungen vorgeht, die das Exportvolumen in diesem Jahr künstlich aufgebläht hatten.

wen/kis (rtr, dpa)