Wachablösung bei Ferrari - Leclerc dominiert in Italien | Sport | DW | 08.09.2019
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Großer Preis von Italien

Wachablösung bei Ferrari - Leclerc dominiert in Italien

Charles Leclerc setzt seinen Höhenflug in der Formel 1 fort und gewinnt den Großen Preis von Italien. Teamkollege Sebastian Vettel enttäuscht und gerät zunehmend unter Druck.

Was für ein Sieg! Charles Leclerc gewinnt den Großen Preis von Italien. Damit ist der 21-Jährige der erste Ferrari-Pilot, der seit Fernando Alonso vor neun Jahren das prestigeträchtige Heimrennen der Scuderia gewinnen konnte. "Was für ein Rennen. Ich war noch nie so erschöpft", sagte ein überglücklicher Leclerc nach dem historischen Sieg in Monza. "Das war ein schwieriges Rennen. Ein Traum ist wahr geworden. Hier zu gewinnen - da fehlen mir die Worte."

Hinter Leclerc sicherte sich Valtteri Bottas den zweiten Platz vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton im Mercedes. "Es war nicht unser Tag heute. Herzlichen Glückwunsch an Ferrari und Charles", äußerte sich Hamilton. Sebastian Vettel blieb ohne Punkte, beendete das Rennen auf den 13. Rang und wurde von seinem überlegenen und siegreichen Teamkollegen Leclerc sogar überrundet. "Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung. Es war ein guter Tag fürs Team, aber kein guter Tag für mich", äußerte sich Vettel sichtlich enttäuscht nach dem Rennen am RTL-Mikrofon.

Hamilton und Bottas verzweifeln

Hunderte Ferrari-Fans bahnten sich den Weg zur Siegerehrung und feierten ihren Helden, der überglücklich und mit geballter Siegerfaust das Podest bestieg. Bei der Nationalhymne Italiens zückte sogar Scuderia-Boss Mattia Binotto sein Handy und filmte diesen ganz besonderen Sieg.

Formel 1 | GP von Italien | Monza (Reuters/M. Pinca)

Charles Leclerc wird von beiden Mercedes-Piloten gejagd, lässt sich aber nicht überholen

Es war ein hart umkämpfter Start-Ziel-Erfolg des aus Monaco stammenden Formel-1-Piloten. Zunächst wehrte er erfolgreich mehrere Angriffe von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton ab, danach verzweifelte dessen Teamkollege Bottas am aggressiven und mutigen Fahrstil von Leclerc.

"Die Wiedergeburt von Ferrari"

Seinen Premieren-Sieg feierte er am vergangenen Renn-Wochenende in Belgien. Damit beendete Leclerc auch eine lange Durststrecke der Scuderia. Den letzten Sieg für die Roten hatte zuvor Kimi Räikkönen beim Großen Preis der USA 2018 eingefahren. Dementsprechend euphorisiert sind die Ferrari-Fans, die sich über "die Wiedergeburt von Ferrari" freuen und nun auf eine neue erfolgreiche Ära des Traditions-Rennstalls hoffen. Unvergessen ist dabei natürlich die Zeit, in der Michael Schumacher im roten Overall von Sieg zu Sieg fuhr. 72 Grand-Prix-Siege hatte der Rekord-Weltmeister auf dem Konto, gleich fünf WM-Titel bescherte er den positiv verrückten Ferrari-Fans zwischen 1996 und 2006.

Nico Rosberg: "Das ist echt hart"

Trotz der Euphorie um Leclerc bleibt die teaminterne Rangfolge - Vettel ist die Nummer eins - beim italienischen Rennstall unverändert. "Die Reihenfolge hat sich nicht verändert. Das Team ist das wichtigste und es ist von Vorteil, wenn sich beide gegenseitig herausfordern", sagte Ferrari-Boss Binotto bei RTL. Vettel hat, trotz vermeintlicher Unterstützung seines Chefs, aber ein Problem. Er kommt mit seinem neuen Auto nicht zurecht. Zuletzt unterlag er sechs Mal im Qualifikationstraining gegen seinen Teamkollegen. Leclerc scheint mit dem aktuellen Rennauto SF 90 besser klar zu kommen als der viermalige Weltmeister und das setzt den 32-Jährigen zunehmend unter Druck.

Und das hinterlässt Spuren. Beim Großen Preis von Italien in Monza drehte sich Vettel in der siebten Runde ohne Fremdeinwirkung und touchierte anschließend Lance Stroll. Die daraus resultierende Stop-and-go-Strafe spülte den Ferrari-Piloten zwischenzeitlich auf den letzten Rang. "Schlimmer geht es nicht mehr, das ist echt hart", kommentierte RTL-Experte Nico Rosberg die Geschehnisse in der Anfangsphase des Rennens. "Das ist unheimlich schwierig sich aus dieser Situation wieder raus zu kämpfen."

Vettel, der seit vier Jahren für Ferrari im Auto sitzt, hat es bisher nicht geschafft den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Gerade einmal 13 Siege feierte der Deutsche für die Scuderia, zu wenig für die hohen Ansprüche des italienischen Rennstalls. Vettel zählt ohne Frage zu den besten Rennfahrern im Motorsport, dennoch verdichten sich die Anzeichen für eine Wachablösung bei Ferrari. In den kommenden Rennen muss Vettel zeigen, wie er mit der neuen Situation umgeht, denn bei weiteren Erfolgen seines Teamkollegen, dürfte auch die teaminterne Rangfolge irgendwann bröckeln.

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