Vulkan auf Bali lässt die Erde beben | DW Reise | DW | 19.09.2017
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Reise

Vulkan auf Bali lässt die Erde beben

Die zunehmende Aktivität des Vulkans auf der Ferieninsel Bali lasse vermuten, dass sich unter der Erdoberfläche Magma bewege, erklärten Wissenschaftler. Ein weiterer Vulkan im Pazifik zeigt Aktivitäten.

Über 140.000 Menschen haben sich mittlerweile in Sicherheit gebracht.

Am Freitag berichteten Beobachter von einer Wolke aus Wasserdampf. Experten rechnen damit, dass der Vulkan bald ausbrechen wird.

Allein in der Nacht zu Donnerstag registrierten Geologen rund 125 vulkanische Erdbeben rund um den Berg, manche erreichten nach Angaben der indonesischen Behörden die Stärke drei. Die Beben würden "immer stärker", erklärte die zuständige Vulkanbehörde.

Wie Verkehrsminister Budi Karya Sumadi am Mittwoch mitteilte, sollen Flugzeuge im Falle des Ausbruchs von Vulkan Agung zu zehn Flughäfen im Land umgeleitet werden oder wieder zu ihrem Abflugort zurückkehren. Die Behörden haben für den Transfer der Touristen 100 Busse angemietet.

Der Mount Agung liegt nur rund 75 Kilometer von den bei Urlaubern beliebten Zielen Kuta und Seminyak entfernt. Der deutsche Urlauber Christoph Lange sagte, er habe bereits gespürt, wie die Erde bebte. Er fühle sich aber "ziemlich sicher", fügte der 30-Jährige hinzu. Und sein Hotel habe ihm wegen des abnehmenden Besucherandrangs ein Zimmer mit Meerblick zur Verfügung gestellt - ohne Aufpreis. 

Indonesien Gunung Agung drohender Vulkanausbruch auf Bali (Reuters/D. Whiteside)

Touristen schauen zum Vulkan bei Sonnenuntergang

Der Flughafen der Hauptstadt von Bali, Denpasar, war zunächst nicht beeinträchtigt. Allerdings haben mehrere Staaten wie Australien und Singapur bereits vor Reisen auf die Insel gewarnt. Dort machen jährlich mehrere Millionen Menschen Urlaub.

Das Auswärtige Amt erklärte auf seiner Website, außerhalb der Sperrzone im Umkreis von bis zu zwölf Kilometer um den Berg gebe es derzeit keine Beeinträchtigungen. Sollte der Vulkan allerdings ausbrechen, könne es zu Behinderungen des Flugverkehrs und der Schließung des Flughafens kommen. Reisende sollten daher engen Kontakt zu ihren Reiseveranstaltern oder ihrer Fluggesellschaft halten.

Bereits seit Freitagabend letzter Woche gilt für den Mount Agung (in der Landessprache: Gunung Agung) die höchste Warnstufe. 

Der größte Vulkanberg der Insel ist bei Einwohnern und ausländischen Wanderern beliebt. Er gilt auch als Balis höchstes hinduistische Heiligtum.

Zuletzt war er in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, damals starben etwa 1500 Menschen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet  treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es etwa 130 aktive Vulkane.

Weiterer Vulkan im Pazifik zeigt Aktivitäten

Auch einige tausend Kilometer südöstlich von Bali versetzte ein Vulkan die Menschen in Schrecken. Die Regierung des pazifischen Inselstaats Vanuatu ordnete am Donnerstag die Evakuierung aller 11.000 Bewohner der Insel Ambae an. Dort war am Wochenende der Vulkan Manaro Voui zum Leben erwacht, er speit Asche und Dampf in den Himmel. Zuletzt war er 2005 ausgebrochen.

Die Bewohner von Ambae würden mit Schiffen auf benachbarte Inseln in Sicherheit gebracht, sagte der Direktor von Vanuatus Katastrophenschutzbehörde, Shadrack Welegtabit. Es sei wahrscheinlich, dass die Vulkanalarmstufe von derzeit vier auf den höchsten Stand fünf heraufgesetzt werde.

is/at/ch  (afp, dpa)

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