Viereinhalb Jahre Haft für Wang Quanzhang | Aktuell Asien | DW | 28.01.2019
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Justiz in China

Viereinhalb Jahre Haft für Wang Quanzhang

Der bekannte Menschenrechtsanwalt saß in China schon mehr als drei Jahre in Haft, ehe im Dezember vergangenen Jahres überhaupt sein Prozess begann. Nun wurde Wang Quanzhang verurteilt.

Ein Gericht in der Stadt Tianjin sprach Wang Quanzhang, der sich für politische Freiheiten und bürgerliche Rechte in China eingesetzt hatte, der "Subversion" gegen die Staatsmacht schuldig. Dafür wurde der prominente Anwalt zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt, wie Nachrichtenagenturen aus der Volksrepublik berichten. Zusätzlich zur Haftstrafe wurden ihm für fünf Jahre die politischen Rechte entzogen.

Wang arbeitete für die mittlerweile geschlossene Anwaltskanzlei Fengrui, die unter anderen den Künstler Ai Weiwei und Opfer von Landenteignungen vertrat. Kanzleigründer Zhou Shifeng wurde - ebenfalls wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" - zu sieben Jahren Haft verurteilt.

"709-Crackdown"

Zhou und Wang waren im Juli 2015 im Zuge einer Verfolgungswelle gegen zahlreiche Anwälte, Kanzleimitarbeiter und Regierungskritiker festgenommen worden. Die großangelegte Polizeiaktion war unter dem Namen "709-Crackdown" bekanntgeworden. Freigelassene Aktivisten berichteten nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von Misshandlungen in der Haft.

Wang Quanzhang Familie Prozess (picture-alliance/dpa/Li Wenzu)

Wang Quanzhang mit Ehefrau Li Wenzu und Kind (Archivfoto von 2015)

Wangs Fall sorgte auch international für Aufsehen. Die Bundesregierung setzte sich wiederholt für den 42-Jährigen ein. Kanzlerin Angela Merkel hatte bei einer China-Reise im Mai vergangenen Jahres seine Ehefrau Li Wenzu getroffen.

wa/nob (afp, rtr, ap, dpa)

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