Viele Todesopfer bei Angriff von Boko Haram | Aktuell Afrika | DW | 29.11.2020
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Nigeria

Viele Todesopfer bei Angriff von Boko Haram

Seit Jahren terrorisieren Boko-Haram-Kämpfer den Nordosten Nigerias. Blutige Anschläge und Überfälle gehören fast zur traurigen Tagesordnung. Beim jüngsten Angriff bei Maiduguri wurden zahlreiche Menschen getötet.

Boko Haram Kämpfer

Boko-Haram-Kämpfer (Archivbild)

Dutzende Menschen seien ermordet und viele weitere verletzt worden, erklärte am Sonntag der UN-Hilfskoordinator für Nigeria, Edward Kallon. Die Tat ereignete sich am Samstag auf Reisfeldern im Dorf Koschobe im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes. "Der Vorfall ist der gewaltsamste direkte Angriff auf unschuldige Zivilisten in diesem Jahr", sagte Kallon. "Ich fordere, dass die Urheber dieser abscheulichen und sinnlosen Tat vor Gericht gestellt werden." 

Auch der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Angriff nahe der Regionalhauptstadt Maiduguri. "Das ganze Land ist durch diese sinnlosen Tötungen verwundet worden", sagte er.

Nach Angaben des Milizenführers Babakura Kolo, dessen Miliz gegen Boko Haram kämpft, wurden die Opfer angegriffen und gefesselt, als sie auf Reisfeldern in dem Dorf Koshobe arbeiteten. Anschließend sei ihnen die Kehle durchgeschnitten worden. Die Attacke sei "ohne Zweifel" von Kämpfern der Boko-Haram-Miliz verübt worden", sagte Kolo am Samstag. Die Islamisten hatten im Oktober bei zwei Angriffen nahe Maiduguri insgesamt 22 Landarbeiter getötet.

Video ansehen 03:26

Hilfe für Ex-Terroristen in Nigeria (04.10.2020)

Erstmals seit einem Jahrzehnt Kommunalwalen

Im nordnigerianischen Bundesstaats Borno, dessen Hauptstadt Maiduguri ist, fanden am Samstag erstmals seit dem Beginn des bewaffneten Aufstands der Islamistengruppe Boko Haram vor mehr als zehn Jahren Kommunalwahlen statt. Wegen der anhaltenden Gewalt war die Abstimmung immer wieder verschoben worden.

Die Dschihadistenmiliz Boko Haram und der westafrikanische IS-Ableger ISWAP ("Islamischer Staat in Westafrika") verüben seit Jahren Gewalttaten im Norden Nigerias. Zuletzt hatten sie verstärkt Holzarbeiter, Viehhalter und Fischer attackiert, weil diese angeblich als Informanten für die Armee arbeiteten. Die ISWAP-Miliz hatte sich 2016 von Boko Haram abgespalten.

Boko Haram kämpft in Borno seit 2009 für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. In dem Konflikt wurden weit über 30.000 Menschen getötet, mehrere Millionen ergriffen die Flucht vor der Gewalt.

qu/cw/kle (afp, rtr, dpa)

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