Viel Arbeit bis zum Welterbe | Top-Thema – Podcast | DW | 10.06.2014
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Top-Thema – Podcast

Viel Arbeit bis zum Welterbe

Es gibt 38 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. Bis diese Auszeichnung verliehen wird, ist es ein langer Weg. Die Bewerber müssen viel Geld und Arbeit in ihre Anträge investieren, um die UNESCO zu überzeugen.‎

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Viel Arbeit bis zum Welterbe – das Top-Thema als MP3

Die UNESCO verleiht den Titel „Welterbe“ an Stätten, die sie für besonders schützenswert hält. Dies können sowohl Kulturdenkmäler als auch Landschaften sein. Bisher hat die UNESCO den Titel weltweit 981-mal vergeben. In Deutschland gibt es 38 Welterbestätten. Dazu gehören zum Beispiel der Kölner Dom, die Altstadt von Lübeck und das Wattenmeer. Das ehemalige Kloster Corvey im nordrhein-westfälischen Höxter hofft, 2014 die 39. deutsche Welterbestätte zu werden.

Seit 1999 steht Corvey auf der deutschen Vorschlagsliste für den Welterbe-Titel. 13 Jahre lang feilten die Corveyer an ihrer Bewerbung. Denkmalpfleger, Archäologen und Historiker schrieben Anträge mit mehr als 700 Seiten. 2012 meldete Deutschland das Kloster offiziell beim Welterbe-Komitee an. Daraufhin schickte die UNESCO einen Gutachter nach Höxter, um zu entscheiden: Welterbe oder nicht.

Auch die Stadt Schwerin würde sich mit ihrem Schloss gerne um den Welterbe-Titel bewerben und versucht deshalb, auf die deutsche Vorschlagsliste zu kommen. Wenn das gelingt, muss Schwerin viel Geld in die Bewerbung investieren. Die Stadt muss zum Beispiel Pläne ausarbeiten, wie das Schloss in Zukunft verwaltet wird oder wie die Besucherführung sein wird. Steffi Rogin, Leiterin der Schweriner Denkmalschutzbehörde, schätzt die Kosten auf 500.000 Euro.

2013 wurde Kassel mit seinem Bergpark Wilhelmshöhe Welterbestätte. Diese Auszeichnung hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Besucher verdreifacht hat. Ein Welterbe-Titel macht einen Ort jedoch nicht nur bekannter. Er bringt auch nationale und regionale Fördermittel. Das Verkehrsministerium stellte zum Beispiel in den letzten fünf Jahren 220 Millionen Euro für den Erhalt der deutschen Welterbestätten zur Verfügung.


Glossar

Welterbestätte, -n
(f.) – ausgezeichnete Bauwerke oder Naturgebiete, die besonders geschützt und erhalten werden sollen

Auszeichnung, -en (f.) – die Ehrung (auch: der Titel)

jemandem etwas verleihen – hier: jemanden mit etwas (z. B. einem Preis) auszeichnen

etwas in etwas investieren – Geld, Zeit o. Ä. für etwas geben, um ein Ziel zu erreichen

jemanden von etwas überzeugen – hier: jemanden dazu bringen, etwas zu glauben

etwas für schützenswert halten – glauben, dass etwas geschützt werden muss

Kulturdenkmal, -denkmäler (n.) – ein von Menschen erbautes, beeindruckendes Objekt

etwas vergeben – hier: etwas öffentlich und feierlich übergeben; etwas → verleihen

an etwas feilen – hier: sich etwas genau überlegen und immer wieder verbessern

Denkmalpfleger, -/Denkmalpflegerin, -nen – jemand, der beruflich alte Bau- oder Kunstwerke (z. B. Statuen) schützt (Arbeitsplatz: die Denkmalschutzbehörde)

Archäologe, -n/Archäologin, -nen – Wissenschaftler/Wissenschaftlerin, der/die nach Überresten alter Kulturen forscht

Komitee, -s(n.) – eine Gruppe von Menschen, die bestimmte Entscheidungen trifft

Gutachter, -/Gutachterin, -nen – eine Person, die etwas bewertet und einschätzt

gelingen, jemandem gelingt etwas – jemand schafft etwas

etwas auf eine Summe schätzen – hier: eine ungefähre Zahl sagen/vermuten

Fördermittel (nur Plural) – Gelder z. B. von Behörden, mit denen jemand oder ein Projekt unterstützt wird

jemandem etwas zur Verfügung stellen – hier: jemandem etwas geben

Erhalt (m., nur Singular) – hier: das Bestehenbleiben


Fragen zum Text

1. Was ist keine Vorausetzung dafür, dass ein deutscher Ort Welterbestätte wird?
a) Er muss zuerst auf der deutschen Vorschlagsliste stehen.
b) Ein Gutachter der UNESCO muss untersuchen, ob der Ort ausgezeichnet werden kann.
c) Die Bewerbungsschrift muss mindestens 700 Seiten lang sein.

2. Welche Aussage steht nicht im Text?
a) Der Kölner Dom ist eine Welterbestätte.
b) Die Stadt Schwerin hat sich bei der UNESCO als Welterbestätte beworben.
c) Der Titel „Welterbe“ sorgt für mehr Besucher.

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Der Erhalt des Schweriner Schlosses ist sehr teuer.
b) Die Verwaltung des Schweriner Schlosses wird die UNESCO übernehmen.
c) Für eine gute Bewerbung muss Schwerin viele Pläne erstellen und viel Geld ausgegeben.

4. Wie lautet der Satz im Perfekt? „2012 meldete Deutschland das Kloster offiziell an.“
a) 2012 hat Deutschland das Kloster offiziell angemeldet.
b) 2012 hatte Deutschland das Kloster offiziell angemeldet.
c) 2012 wird Deutschland das Kloster offiziell angemeldet haben.

5. Wie lautet das Verb richtig im Präteritum? „Die UNESCO hat den Titel „Welterbe“ schon 981-mal verliehen.“
a) Die UNESCO verlieh den Titel „Welterbe“ schon 981-mal.
b) Die UNESCO verleiht den Titel „Welterbe“ schon 981-mal.
c) Die UNESCO verleihte den Titel „Welterbe“ schon 981-mal.


Arbeitsauftrag
Wie viele Welterbestätten gibt es in eurem Land? Findet ihr es sinnvoll, sich um einen solchen Titel zu bewerben? Oder lohnt es sich nicht, so viel Geld in die Bewerbung zu investieren?

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