Verzicht auf umstrittenes Tokio-2020-Logo | Sport | DW | 01.09.2015
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Sport

Verzicht auf umstrittenes Tokio-2020-Logo

Peinliche Schlagzeilen für Japans Olympia-Organisatoren: Erst laufen die Kostenplanungen für das Stadion in Tokio aus dem Ruder, dann sorgt auch noch das Logo für Ärger. Erneut muss Japan die Notbremse ziehen.

Japans Designer Kenjiro Sano mit dem Logo für Tokio 2020 (Foto: REUTERS/Yuya Shino)

Japans Designer Kenjiro Sano mit dem Logo für Tokio 2020

Und wieder gibt es Wirbel um die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. Nach Plagiatsvorwürfen entschied das Organisationskomitee am Dienstag, das bisherige Logo nicht mehr zu nutzen. Das gab der für die Olympischen Spiele verantwortliche Minister Toshiaki Endo nach einer Krisensitzung bekannt. Der japanische Designer Kenjiro Sano war von seinem belgischen Kollegen Olivier Debie beschuldigt worden, sein Logo für ein Theater in Lüttich in Belgien abgekupfert zu haben.

Zuletzt deutete alles auf eine juristische Auseinandersetzung in Zusammenhang mit dem Logo hin. Debie hatte Mitte August erklärt, er werde rechtliche Schritte gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) einleiten. Sano, der Urheber des Tokio-Emblems, könne nicht nachvollziehbar darlegen, dass das Logo sein Entwurf sei, die Nutzung solle gestoppt werden.

Versuchung Internet

Der belgische Designer Olivier Debie zeigt das Logo für Tokio 2020 und sein Emblem des Theaters in Lüttich nebeneinander auf einem Bildschirm (Foto: AP Photo/Geert Vanden Wijngaert, File)

Der belgische Designer Olivier Debie vergleicht das Logo für Tokio 2020 mit seinem Emblem des Theaters in Lüttich

"Sano hat die künstlerische Entwicklung dieses Logos nicht erklären können", hieß es im gemeinsamen Statement von Debie und seinem Anwalt Philippe Mottard. Das Logo für Tokio 2020 zeigt den aus geometrischen Formen bestehenden Buchstaben T und einen roten Kreis. Debies Entwurf, das Logo eines Lütticher Theaters, vereint in sehr ähnlicher Form die Buchstaben T und L, der rote Kreis fehlt jedoch. Sano hat die Plagiats-Vorwürfe lange als "komplett ohne Grundlage" zurückgewiesen. Inzwischen musste Sano jedoch zugeben, Material ohne Erlaubnis aus dem Internet verwendet zu haben.

"Ich habe das Gefühl, als seien wir betrogen worden", sagte der Gouverneur von Tokio, Yoichi Masuzoe, sichtlich verärgert. Erst kürzlich sorgten gewaltig steigende Kostenschätzungen für das neue Olympiastadion in Tokio für Schlagzeilen. Die Regierung sah sich nach Kritik gezwungen, die Notbremse zu ziehen und das Projekt neu konzipieren zu lassen.

ck/jw (dpa, sid)