Verurteilter mauretanischer Blogger freigelassen | Aktuell Afrika | DW | 30.07.2019
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Pressefreiheit

Verurteilter mauretanischer Blogger freigelassen

Obwohl er seine Haftstrafe abgesessen hatte, blieb Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir in Gewahrsam - zu seiner eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der Bevölkerung, wie die Regierung begründete. Nun ist Mkhaitir frei.

Mauretanien Protest nach Verringerung der Strafe gegen den Blogger Cheikh Ould Mohamed Ould Mkheitir (Getty Images/AFP/Str)

Nachdem Mkhaitirs Todesstrafe 2017 in eine zweijährige Haftstrafe abgemildert wurde, gab es in Mauretanien Proteste

Der in Mauretanien wegen Blasphemie-Vorwürfen jahrelang inhaftierte Blogger Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir ist auf freiem Fuß. Mkhaitir sei bereits am Montag aus dem Hausarrest entlassen worden, er habe aber weiterhin keine "komplette Bewegungsfreiheit", sagte die Anwältin Fatimata Mbaye der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben des Anwalts Mohamed ould Moine befindet sich Mkhaitir nicht mehr in Mauretanien.

Der Blogger war 2014 wegen eines religionskritischen Text zunächst zum Tode verurteilt worden, bevor ein Berufungsgericht das Strafmaß in eine zweijährige Haftstrafe umwandelte. Diese Entscheidung rief im konservativen Mauretanien Proteste hervor. Tatsächlich blieb Mkhaitir - über das gerichtlich angeordnete Strafmaß hinaus - vier Jahre im Gewahrsam.

Mauretanien Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir (Reporter ohne Grenzen)

Musste öffentlichkeitswirksam Reue bekunden: Der Blogger Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir

Mauretaniens scheidender Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz hatte dies im Juni mit der "persönlichen Sicherheit" des 36-Jährigen sowie der "öffentlichen" Sicherheit begründet. "Wir wissen, dass er nach rechtlichen Gesichtspunkten freigelassen werden müsste, aber wir können aus Sicherheitsgründen nicht das Leben von vier Millionen Mauretaniern gefährden", so Abdel Aziz.

Unterstützung durch Menschenrechtsgruppen

Menschenrechtsgruppen wie Reporter ohne Grenzen (ROG) hatten gegen Mkhaitirs fortbestehende Festhaltung protestiert und Abdel Aziz Ende Juni dazu aufgerufen, in den letzten Wochen seiner Amtszeit als Präsident die Freilassung Mkhaitirs zu erwirken. Daraufhin hatten Abdel Aziz und religiöse Führer begonnen, die Nation auf Mkhaitirs Freilassung "vorzubereiten". In diesem Zuge habe Mkhaitir erneut öffentlichkeitswirksam Reue bekundet.

"Für nichts weiter als einen Beitrag in einem sozialen Netzwerk wurde er dieser schrecklichen Qual ausgesetzt, die gegen eine Entscheidung des Justizsystems seines Landes verstieß", sagte Christophe Deloire, Generalsekretär von ROG, nach der Freilassung. Er sei der am längsten festgehaltene Bürgerjournalist im frankophonen Afrika, hieß es weiter.

ust/uh (afp, dpa, rtr, ap, Rsf.org)

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