Versuchter Staatsstreich in Haiti? | Aktuell Amerika | DW | 08.02.2021

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Karibik

Versuchter Staatsstreich in Haiti?

Neben der wirtschaftlichen Not kämpft Haiti ein weiteres Mal mit politischer Instabilität. Der Präsident spricht nun von einem Mordversuch. Seine Gegner sagen, er sei illegal an der Macht.

Haiti Unruhen Proteste

Nach den Vorgängen rund um den Präsidentenpalast gab es Proteste

In Haiti ist nach Angaben der Regierung ein Staatsstreich vereitelt worden. Präsident Jovenel Moïse sagte, ein Mordanschlag auf ihn sei verhindert worden. Nach Angaben der Behörden wurden 23 Verdächtige festgenommen, unter ihnen ein Richter und eine Generalinspekteurin der Polizei.

Streit um die Amtszeit

Moïse dankte dem für die Sicherheit im Präsidentenpalast zuständigen Chefbeamten. "Der Traum dieser Leute war es, einen Anschlag auf mein Leben zu verüben. Gottseidank ist das nicht passiert", sagte der Staatschef. Das Komplott sei gescheitert.

Mit der Polizei unter einer Decke?

In dem bitterarmen Karibikstaat tobt ein Streit über die Dauer von Moïses Amtszeit. Die Opposition ist der Ansicht, dass sein fünfjähriges Mandat an diesem Sonntag endete. Moïse hingegen argumentiert, dass er bis zum 7. Februar 2022 gewählt sei. Laut Regierungschef Joseph Jouthe sollen die Verschwörer geplant haben, eine Übergangsregierung zu installieren. Sie hätten sich dazu mit Polizisten im Präsidentenpalast in Verbindung gesetzt.

Haiti Unruhen Proteste

Ein Polizist feuert in die Luft, um zu erreichen, dass sich die Demonstration auflöst

Bei den Verdächtigen wurden nach Angaben des nationalen Polizeidirektors Leon Charles Sturmgewehre, Pistolen und Macheten gefunden. Unter beschlagnahmten Dokumenten sei auch ein vorbereiteter Redetext des Richters gewesen, der an die Spitze der Übergangsregierung habe treten wollen, sagte Jouthe.

In der Hauptstadt Port-au-Prince gab es am Sonntag Zusammenstöße zwischen Demonstranten, die den Rücktritt Moïses forderten, und der Polizei.

ml/AL (afp, ape)

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