Verletzte bei Silvester-Randale in Leipzig | Aktuell Deutschland | DW | 01.01.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Jahreswechsel

Verletzte bei Silvester-Randale in Leipzig

Bei Silvesterfeiern in einem linksalternativen Viertel von Leipzig kommt es zu Gewalt. Vier Polizisten werden verletzt, einer von ihnen schwer. Der Beamte verlor das Bewusstsein und musste notoperiert werden.

Politiker zeigten sich erschrocken über das Ausmaß der Gewalt im linksalternativ geprägten Leipziger Stadtviertel Connewitz. Sachsens Innenminister Roland Wöller sprach von "bewussten und gezielten Angriffen auf Menschenleben". Die Polizei berichtete, ihre Beamten seien massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beschossen worden. Eine "Gruppe von Gewalttätern" habe dabei versucht, einen brennenden Einkaufswagen mitten in eine Einheit von Bereitschaftspolizisten zu schieben.

Neun Festnahmen

Eine auf Linksextremismus spezialisierte Sonderkommission nahm die Ermittlungen auf - unter anderem wegen versuchten Totschlags und wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Bis zum Nachmittag seien sieben Männer und zwei Frauen festgenommen worden. Ihnen würden gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Drei weitere Festgenommene seien wieder frei gelassen worden.

Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze sprach von "offensichtlich organisierten Angriffen", bei denen die Täter "schwerste Verletzungen von Menschen verursachen beziehungsweise in Kauf nehmen". Schultze betonte: "Polizeibeamte sind Menschen."

"Mit aller Härte des Rechtsstaates"

Innenminister Wöller kündigte an, die Taten "mit aller Härte des Rechtsstaates" zu verfolgen. "Dieses menschenverachtende Vorgehen grenzt an versuchten Totschlag", erklärte er. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung wertete die Ereignisse als "heftigen kriminellen Gewaltausbruch", den er "aus tiefstem Herzen" verurteile. Die Sonderkommission müsse "diese brutalen Gewalttäter schnell fassen". Vertreter der Linkspartei sprachen dagegen von einer Provokation durch die Polizei.

Neujahr - Leipzig Connewitz Polizist verletzt (picture-alliance/dpa/S. Willnow)

Erst am frühen Morgen beruhigte sich die Lage

Nach deren Angaben hatten sich am Silvesterabend rund tausend Menschen am Connewitzer Kreuz im Leipziger Süden versammelt. Kurz nach Mitternacht sei die Stimmung in Gewalt umgeschlagen: Aus einer Gruppe heraus seien die Beamten massiv angegriffen worden. Neben dem Schwerverletzten hätten drei weitere Polizisten leichte Verletzungen erlitten, hieß es in der Erklärung.

Die Beamten hätten das Gebiet wegen der Ausschreitungen absperren müssen, es sei nicht mehr befahrbar gewesen. Nach 02.00 Uhr habe sich die Lage wieder entspannt. Das Leipziger Viertel Connewitz ist eine Hochburg der linksalternativen Szene. Dort gibt es immer wieder Zusammenstöße von Autonomen mit der Polizei.

haz/sti (afp, dpa)