Verleihung des Echo Jazz 2018 abgesagt | Musik | DW | 11.05.2018
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Musik

Verleihung des Echo Jazz 2018 abgesagt

Nach dem Eklat um den Echo gab es kontroverse Diskussionen im Bundesverband Musikindustrie. Echo Pop und Echo Klassik wird es in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben. Nun entfällt auch die Verleihung des Echo Jazz.

Auslöser für den Eklat um den begehrten Musikpreis war die umstrittene Preisvergabe an die Rapper Kollegah und Farid Bang im April 2018. Die Musiker wurden mit dem Echo für ein aktuelles Album geehrt, das als antisemitisch kritisierte Textzeilen enthält: "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" war in ihrem Song zu hören.

Nach heftigen Debatten gab der Bundesverband Musikindustrie daraufhin bekannt, man wolle "keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird". Die Marke "Echo" sei stark beschädigt worden, hieß es am Schluss. Ein "vollständiger Neuanfang" sei notwendig.

Preisträger erhalten Echo Jazz auf Wunsch persönlich

Die für den 31. Mai 2018 geplante Verleihung des Echo Jazz sollte ursprünglich trotzdem in kleinerem Rahmen auf dem Kampnagel-Gelände in Hamburg stattfinden - ohne TV-Übertragung. Jetzt teilte der Verband mit, dass die Veranstaltung ganz entfällt. "Angesichts der bevorstehenden Neupositionierung der deutschen Musikpreise ist es konsequent, die diesjährige Verleihung ausfallen zu lassen und sich ganz auf einen positiven Neubeginn der Musikpreise zu konzentrieren", heißt es auf der Homepage des Echo Jazz.

Die bereits im März von der Jury ausgewählten Echo-Preisträger, darunter Norah Jones, das Omer Klein Trio und Markus Stockhausen, werden auf Wunsch ihre Auszeichnungen persönlich erhalten.

Echo 2018 Kollegah und Farid Bang (picture-alliance/dpa/J. Kalaene)

Umstrittene Preisträger: Die Rapper Farid Bang (links) und Kollegah

Kollegah und Farid Bang stehen wieder auf der Bühne

Während sich die Konsequenzen rund um die Echo Musikpreise ausweiten, gaben die Rapper Farid Bang und Kollegah knapp einen Monat nach der Echo-Verleihung bereits wieder ein Konzert. In der baden-württembergischen Stadt Kirchheim/Teck traten sie vor etwa 300 bis 400 Fans auf. Zu den Antisemitismus-Vorwürfen und den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Volksverhetzung äußerten sie sich an diesem Abend nicht. 

Die Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees, die Gedenkstätte Auschwitz persönlich zu besuchen, haben die beiden Musiker nach einer Bestätigung ihres Managements angenommen. Ein genauer Termin für Ihren Besuch in Polen, ist noch nicht bekannt.

pr/hm (dpa/afp)

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