Verhaftungen in Belgiens Fußballskandal | Sport | DW | 12.10.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Korruption und Spielmanipulation

Verhaftungen in Belgiens Fußballskandal

Die belgische Staatsanwaltschaft greift durch und setzt neun Beteiligte des Korruptionsskandals im belgischen Fußball fest. Mehrere Topklubs der belgischen Liga sind verwickelt.

Belgien Fußball-Skandal | Mogi Bayat (Getty Images/AFP/BELGA/Y. Jansens)

Spielerberater Mogi Bayat ist einer von mehreren Verhafteten in Belgiens Fußballskandal

Insgesamt 19 Personen stehen im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal im belgischen Fußball unter Anklage, neun Verdächtige befinden sich bereits in Haft. Dies teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Am Donnerstag waren zunächst Ermittlungen gegen 22 Personen eingeleitet worden. Das Gericht sprach zudem zwei internationale Haftbefehle aus, um die Auslieferung von im Ausland festgesetzten Personen zu ermöglichen. Zu den Anklagen kam es, nachdem die belgische Polizei am Mittwoch eine großangelegte Razzia durchgeführt und insgesamt 29 Personen festgenommen hatte, darunter Top-Spielerberater, zwei Schiedsrichter und hochrangige Funktionäre.

FC Brügge vertraut seinem Trainer

Laut belgischen Medienberichten mussten Spielerberater Mogi Bayat, der mutmaßliche Strippenzieher der kriminellen Machenschaften, sowie seine Kollegen Dejan Veljkovic und Karim Mejjati die Nacht zu Freitag im Gefängnis verbringen. Der ehemalige Anwalt vom RSC Anderlecht, Laurent Denis, und Schiedsrichter Bart Vertentin seien ebenfalls angeklagt und inhaftiert worden. Bereits am Donnerstag war Sebastien Delferiere, ein weiterer Unparteiischer, angeklagt und anschließend gegen Kaution wieder freigelassen worden. Vertentin und Delferiere wurden umgehend vom belgischen Fußballverband suspendiert.

Auch Ivan Leko, Trainer des Meisters FC Brügge, war am Donnerstag dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Der Coach musste die Nacht zum Donnerstag im Gefängnis verbringen, wurde nach einem Verhör aber zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt. In einer Mitteilung auf seiner Internetseite sprach der FC Brügge Leko das Vertrauen aus.

Offenbar zwei Partien verschoben

Bei der Razzia am Mittwoch wurden auch die Räumlichkeiten von zehn belgischen Erstligaklubs untersucht. Dazu zählten der FC Brügge, Gegner von Borussia Dortmund in der Champions League, Rekordmeister RSC Anderlecht, Standard Lüttich und Royal Antwerpen. Nach Angaben der Ermittler steht vor allem die Saison 2017/2018 im Fokus. Veljkovic soll dabei zusammen mit einem Schiedsrichter durch Spielmanipulationen versucht haben, den KVC Mechelen vor dem Abstieg zu retten - letztlich vergeblich. Als direkte Folge wurde der für das Wochenende geplante zehnte Spieltag der zweiten Liga komplett abgesagt.

asz/dvo (dpa, sid)

Die Redaktion empfiehlt