Vergleich im Streit um ″Bierbikes″ in Berlin | DW Reise | DW | 21.02.2018
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Reise

Vergleich im Streit um "Bierbikes" in Berlin

Die Riesenfahrräder mit Bierfass an Bord dürfen in der deutschen Hauptstadt vorerst weiterfahren, aber nicht überall. Der Betreiber zog seine Klage zurück.

Der Streit um die sogenannten Bierbikes in der Hauptstadt ist vorerst vom Tisch: Die Riesenfahrräder mit bis zu 16 Sitzplätzen, Musikanlage und Bier vom Fass dürfen mit Einschränkungen weiter unterwegs sein. Der Geschäftsführer der Bigbikes zog am Donnerstag vor dem Berliner Verwaltungsgericht seine Klage zurück. Im Gegenzug sicherte ihm das Amt nun eine weitere Sondererlaubnis bis Februar 2019 zu.

Zudem dürfen künftig Touren samstags und sonntags ohne zeitliche Einschränkung angeboten werden. Jedoch bleiben wie bisher die Friedrichstraße, die Leipziger Straße und der Boulevard Unter den Linden tabu für die Gefährte. Das Gericht hatte den Vergleich in der Verhandlung angeregt.

Berlin Touristen Alkohol (picture-alliance/dpa)

Rollende Partytheke am Brandenburger Tor

Das zuständige Bezirksamt hatte bisher eine Sondernutzungserlaubnis für die Gefährte erteilt, jedoch die Zeiten und die Straßen, die befahren werden können, beschränkt. Unter den Linden, Friedrichstraße und Leipziger Straße sind demnach tabu, auch Fahrverbote für verkehrsreiche Zeiten an Werk- und Samstagen wurden verhängt.

Erst im Dezember hatte das Bezirksamt angeordnet, dass die umstrittenen Berliner Pferdekutschen den Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor nicht mehr anfahren dürfen. Bigbike-Geschäftsführer Ulrich Hoffmann-Elsässer findet die Einschränkungen für seine Bikes rechtswidrig und hatte verlangt, die einschränkenden Bestimmungen aufzuheben. "Wir lassen keine Sauftouristen auf die Straße", sagte Hoffmann-Elsässer.

BierBike Fahrrad Berlin Bier Bike Alkohol (picture-alliance/dpa)

Wer vorne lenkt und bremst, muss nüchtern bleiben

"Wer nicht nüchtern ist, kommt nicht drauf. " Nach Kritik an lärmenden, angetrunkenen Gästen auf den Gemeinschaftsrädern, die auch schon mal als rollende Partytheke bezeichnet wurden, hat das 2009 gestartete Unternehmen laut Hoffmann-Elsässer sein Image gewandelt. Die Bierbikes wurden auch in Bigbikes umgetauft. Für die Touren mit Fahrer - zwei Stunden etwa am Samstag kosten 300 Euro - können bis zu 30 Liter Bier im Fass mitgeordert werden. Der Bigbike-Geschäftsführer spricht von einem "sportlichen Sightseeing" mit festen Regeln, bei dem dann "auch gern ein gepflegtes Bier getrunken werden kann". Berlins Tourismuschef Burkhard Kieker hatte sich schon 2012 dafür ausgesprochen, die Gefährte komplett zu verbieten. Sie förderten ein Ballermann-Image und seien eine Belästigung.

In der niederländischen Hauptstadt Amsterdam sind Touren mit solchen Rädern inzwischen verboten. 

is/ch (dpa, morgenpost.de)

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