Verbunden in der Luft: Serbien und Kosovo | Aktuell Europa | DW | 20.01.2020
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Balkan

Verbunden in der Luft: Serbien und Kosovo

Nach mehr als 20 Jahren soll es wieder Direktflüge zwischen den Hauptstädten Belgrad und Pristina geben. Bevor die erste Maschine abhebt, gibt es noch einiges zu klären. Sicher ist nur, Eurowings hat den Zuschlag.

Berlin US Botschaft | Pressekonferenz zu Direktflügen zwischen Serbien und Kosovo (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

US-Botschafter Richard Grenell (zweiter v. l.) mit den Unterzeichnern in der Botschaft in Berlin

Eine entsprechende Absichtserklärung wurde unter US-Vermittlung in der amerikanischen Botschaft in Berlin von Vertretern Serbiens und des Kosovos im Beisein von Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter unterzeichnet.

Der Flug mit Maschinen der Lufthansa-Tochtergesellschaft zwischen Belgrad und Pristina soll etwa 25 Minuten dauern. Heute ist man etwa sechs Stunden mit dem Bus unterwegs, wenn man von der einen Hauptstadt in die andere gelangen will. Eine Zugverbindung existiert nicht.

Termin für den ersten Start noch ungewiss

Allerdings gibt es noch einige Hürden bis zur Realisierung der Flugverbindung. Der für die Beziehungen zum Kosovo zuständige Chefbeamte in Belgrad, Marko Djuric, bezeichnete die Unterzeichnung nur als "symbolischen Schritt". Er nannte im staatlichen Fernsehen RTS Bedingungen für die Umsetzung: "Sie wird zum Leben erweckt", sobald das Kosovo die Sonderzölle auf Waren aus Serbien abschaffe und wenn der derzeit ausgesetzte Dialog zwischen Belgrad und Pristina über die Normalisierung der Beziehungen wieder in Gang komme.

Der kosovarische Präsident Hashim Thaci begrüßte die Ankündigung auf Twitter als "wichtigen Schritt für die Bewegungsfreiheit der Bürger und die Normalisierung der Beziehung zu Serbien".

Bis zum Zerfall Jugoslawiens hatte das Kosovo den Status einer autonomen Provinz Serbiens. Die Aufhebung der Autonomie durch Serbien führte Ende der 1990er Jahre zum Kosovo-Krieg, in den im März 1999 die NATO mit Bombardierungen gegen Serbien eingriff. Belgrad zog schließlich seine Verwaltung und Sicherheitskräfte aus dem Kosovo ab, 2008 erklärte sich das fast ausschließlich von Albanern bewohnte Land für unabhängig. Serbien erkennt dies bis heute nicht an.

Auftrag zur Regierungsbildung erteilt

Im Kosovo hat nach langem Tauziehen Präsident Thaci dem vormaligen Oppositionsführer Albin Kurti, dem Vorsitzenden der linksgerichteten Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung), den Auftrag zu Regierungsbildung erteilt. Zusammen mit der bis dahin gleichfalls oppositionellen Demokratischen Liga des Kosovos (LDK) und einigen Abgeordneten von ethnischen Minderheiten hätte Kurti eine Mehrheit im neuen Parlament. Allerdings waren Verhandlungen mit LDK-Chef Isa Mustafa zur eine Koalition zuletzt ins Stocken geraten. Umstritten waren vor allem Personalfragen, so etwa die Nachfolge Thacis. Kurti hat laut Verfassung zwei Wochen Zeit, um eine Regierung zu bilden. Die Wahl im Kosovo fand am am 6. Oktober 2019 statt.

qu/kle (dpa, afp, ap)

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