USA: Nordkorea hat Treffen mit Mike Pence abgesagt | Aktuell Welt | DW | 21.02.2018
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Korea-Konflikt

USA: Nordkorea hat Treffen mit Mike Pence abgesagt

Sie saßen fast hintereinander, und doch trennten sie Welten: US-Vize Mike Pence und Nordkoreas Delegation bei den Winterspielen in Pyeongchang. Jetzt wird bekannt, dass es um ein Haar eine Begegnung gegeben hätte.

Pyeongchang 2018 Olympische Winterspiele | Eröffnungsfeier Mike Pence (Getty Images/P. Semansky)

US-Vize Pence (vorne, 2. v. r.) und die Schwester von Kim Jong Un (hinten, 2. v. r.) in Pyeongchang (Archivbild)

Ein Treffen von US-Vizepräsident Mike Pence mit Abgesandten Nordkoreas ist nach Angaben des US-Außenministeriums in letzter Minute von Pjöngjang abgesagt worden. Bei dem Besuch der Olympischen Spiele in Südkorea hätte sich für Pence die Möglichkeit für eine kurze Begegnung mit der nordkoreanischen Delegation ergeben, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, in Washington mit.

Pence sei dazu bereit gewesen. Doch "in letzter Minute" hätten Vertreter Nordkoreas beschlossen, das Treffen in Pyeongchang nicht stattfinden zu lassen. Donald Trumps Stellvertreter sei in Südkorea gewesen, um die Entschlossenheit der USA als Verbündeter Seouls zu zeigen und die US-Athleten zu unterstützen, erklärte die Ministeriumssprecherin. Der Vizepräsident hätte die Möglichkeit zu einem Treffen mit Vertretern aus Pjöngjang genutzt, "um die Notwendigkeit zu untermauern, dass Nordkorea seine illegalen Raketen- und Atomprogramme aufgeben muss".

Köder aus dem Norden

Nordkorea habe das Treffen hingegen als Köder benutzen wollen, in der Hoffnung, dass der Vizepräsident seine Position abmildern würde, sagte Pence' Stabschef Nick Ayers laut einem Bericht der "Washington Post". Dies wäre ein Propagandaerfolg für das kommunistische Land gewesen. Pence sei aber bei seiner harten Linie geblieben. 

Olympische Winterspiele 2018 in PyeongChang | Fans Nordkorea (picture alliance/AP/J. Jacobson)

Jubeln für Kim: Fans aus Nordkorea feuern ihre Sportler in Pyeongchang an (Archivbild)

Das Treffen mit der einflussreichen Kim Yo Jong, die als enge Beraterin ihres Bruders gilt, sollte am Tag nach der Eröffnungsfeier im Regierungssitz in Seoul stattfinden, berichtete die Zeitung. Auch das protokollarische nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam sollte teilnehmen. Am Morgen habe die nordkoreanische Seite die Pläne noch bestätigt, doch sei die Absage "weniger als zwei Stunden" vorher erfolgt. Die Nordkoreaner hätten dabei ihren Unmut geäußert, dass Pence vorher neue scharfe Sanktionen angekündigt und sich bei seinem Besuch in Südkorea auch mit nordkoreanischen Überläufern getroffen hatte. 

Die Nummer zwei der USA hatte in Pyeongchang an der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele teilgenommen - ebenso wie die nordkoreanische Delegation mit Kim Yo Jong und Kim Yong Nam, die beide fast hinter Pence saßen. Dieser hatte in den Medien für Aufsehen gesorgt, weil er die Abgesandten aus Pjöngjang bei den Spielen zu ignorieren schien.

Verschärfte Spannungen

Im vergangenen Jahr hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm zunehmend verschärft. Damit wuchsen auch die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA. Die Führung in Pjöngjang verstieß mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Dieser erließ in mehreren Runden Strafmaßnahmen gegen das abgeschottete Land.

Die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen gilt als wichtiges Signal der Entspannung. Kim Yo Jong überreichte dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In eine Einladung ihres Bruders. Auch danach gab es Anzeichen für eine Tauwetterperiode: Nordkoreas Machthaber Kim zeigte sich nach der Rückkehr seiner Delegation von Südkorea "beeindruckt" und erklärte, er wolle die Annäherung beider Staaten auf der koreanischen Halbinsel weiter ausbauen.

jj/se (dpa, afp, rtr)