USA erzielen Fortschritte bei Gesprächen mit Taliban | Aktuell Welt | DW | 27.01.2019
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Afghanistan

USA erzielen Fortschritte bei Gesprächen mit Taliban

17 Jahre Afghanistankrieg sind genug - das denken sich auch US-Diplomaten und verhandeln schon seit Monaten direkt mit den afghanischen Taliban. Jetzt spricht auch US-Außenminister Pompeo von "ermutigenden Nachrichten".

"Die USA meinen es ernst mit dem Bemühen um Frieden, um zu verhindern, dass Afghanistan ein Rückzugsraum für internationalen Terrorismus wird, und damit, die Truppen nach Hause zu bringen", schrieb US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter.

Zuvor hatte der US-Sondergesandte Zalmay Khalizad getwittert, es habe in den Gesprächen "signifikante Fortschritte" gegeben. Sie seien besser als in der Vergangenheit gelaufen. Die Gespräche würden bald fortgesetzt, es gebe noch offene Punkte. Er plane zudem Treffen mit der afghanischen Regierung, teilte Khalizad nach sechstägigen Gesprächen mit Taliban-Vertretern in Katar mit.

Zalmay Khalilzad (Getty Images/S. Mizban)

Der US-Sondergesandte Zalmay Khalizad hat sechs Tage mit den Taliban in Katar verhandelt

Auch Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid bestätigte "Fortschritte", dementierte aber Berichte über eine Waffenruhe und Gespräche mit der Regierung in Kabul. Diese direkten Gespräche mit der afghanischen Regierung sind offenbar der Knackpunkt in den Verhandlungen. Die Taliban lehnen es bislang kategorisch ab, mit der international anerkannten afghanischen Regierung von Präsident Aschraf Ghani zu verhandeln, da sie diese für eine Art Marionette der USA halten. Die USA wollen die Taliban aber zu direkten Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul bewegen.

Afghanistan - US Soldaten am Ort eines Selbstmordanschlags der Taliban (picture-alliance/ZUMAPRESS/S. Seiam)

Nach 17 Jahren in Afghanistan scheinen die US-Militärs kriegsmüde zu sein

"Nichts ist vereinbart, bevor alles vereinbart ist, und 'alles' muss einen innerafghanischen Dialog und eine umfassende Waffenruhe einschließen", erklärte Khalilzad. Der in Afghanistan geborene Diplomat Khalilzad hatte sich bereits mehrfach mit Taliban-Vertretern getroffen, ohne dass dies von Washington offiziell bestätigt wurde.

US-Truppenabzug in den kommenden 18 Monaten?

Zu den Vorschlägen, die kursieren, gehört ein möglicher Truppenabzug der USA innerhalb der kommenden 18 Monate. Im Gegenzug sollen die Taliban garantieren, künftig keinem ausländischen Extremisten Unterschlupf zu gewähren.

Der Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida und dessen in Afghanistan vermuteten damaligen Anführer Osama bin Laden war der Grund für die US-Intervention in Afghanistan nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Ende des vergangenen Jahres hatte die US-Regierung angekündigt, rund die Hälfte ihrer 14.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen zu wollen.

nob/ml (rtr/afp)