USA entfernen Giftrückstände in Vietnam | Aktuell Asien | DW | 20.04.2019
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Agent Orange

USA entfernen Giftrückstände in Vietnam

Jahrzehnte nach Ende des Vietnamkriegs soll ein neues Projekt die Spätfolgen des Konflikts beseitigen. Eine frühere US-Militärbasis im Süden des asiatischen Landes wird vom damals eingesetzten Gift Agent Orange befreit.

Bien-Hoa-Areal mit Warnschild (picture-alliance/AP Images/Kham)

Das Areal von Bien Hoa: Vorsicht Gift!

Während des Vietnamkriegs hatten US-Truppen zwischen 1962 und 1971 rund 80 Millionen Liter des dioxinhaltigen Entlaubungsmittels Agent Orange im Süden von Vietnam versprüht. So wollten sie Vietkong-Kämpfern, die sich im Wald versteckten, die Deckung nehmen. Das Gift wird bis heute für schwere Missbildungen, Krebserkrankungen und Behinderungen bei der vietnamesischen Bevölkerung verantwortlich gemacht.

Areal nur notdürftig gesäubert

Aufbewahrt wurde Agent Orange auf dem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt Bien Hoa, den die USA und Vietnam nun gemeinsam reinigen wollen. Es sei "wahrlich historisch", dass die beiden früheren Feinde nun als Partner eine solch "komplexe Aufgabe" in Angriff nähmen, sagte US-Botschafter Daniel Kritenbrink zu Beginn der Arbeiten. Am Kriegsende hatten US-Soldaten den Stützpunkt nur notdürftig gesäubert. Dabei sollen mehr als 500.000 Kubikmeter Dioxin in Boden und Grundwasser gelangt sein.

Vietnam Agent Orange Einsatz 1965 (picture-alliance/dpa/US Air Force)

US-Flugzeuge versprühen Agent Orange über dem südvietnamesischen Dschungel (Foto von 1965)

Die Sanierung von Bien Hoa soll voraussichtlich zehn Jahre dauern und 183 Millionen Dollar kosten. Zuvor war bereits der Flughafen von Danang von Agent Orange gereinigt worden - ein Verfahren, das sechs Jahre dauerte und 110 Millionen Dollar kostete. Dieses Projekt war im November abgeschlossen worden.

wa/haz (afp, dpa)