USA: Demonstranten stürmen Polizeigebäude in Minneapolis | Aktuell Amerika | DW | 29.05.2020
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Proteste nach Polizeigewalt

USA: Demonstranten stürmen Polizeigebäude in Minneapolis

Bereits den dritten Tag in Folge ist es in Minneapolis zu gewaltsamen Protesten und Plünderungen gekommen. Auslöser ist der Tod eines schwarzen US-Bürgers bei einem Polizeieinsatz. Präsident Trump drohte den Plünderern.

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Proteste in Minneapolis nach Tod in Polizeigewahrsam

Proteste, Plünderungen und Tränengas: Die US-Stadt Minneapolis befindet sich nach dem Tod eines Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz in Aufruhr. Bilder in US-Medien zeigten geplünderte und brennende Läden, die Polizei ging demnach mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Randalierer vor.

Die Demonstranten machten auch vor einer Polizeistation nicht halt und drangen in das Gebäude ein. Auch in anderen US-Städten kam es zu Protesten, unter anderem in New York, Colorado und Phoenix. In Denver fielen laut Medienberichten auch Schüsse. Nach Polizeiangaben soll es keine Verletzten gegeben haben.

USA Minneapolis | Tod George Floyd nach Polizeigewalt | Ausschreitungen & Protest (Reuters/C. Barria)

Proteste vor der brennenden Polizeistation in Minneapolis

Der auf einem Video dokumentierte Tod des Afroamerikaners George Floyd hatte in Minneapolis bereits zuvor schweren Ausschreitungen ausgelöst. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, hatte daraufhin die Nationalgarde mobilisiert. In seiner Anordnung hieß es, friedliche Demonstrationen seien weiterhin erlaubt.

Präsident Trump droht Randalierern

Die Bundespolizei FBI und die örtliche Staatsanwaltschaft erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, den Ermittlungen zum Fall des toten Floyd und einer möglichen Anklage werde nun höchste Priorität gegeben. Zuvor hatte auch US-Präsident Donald Trump eine rasche und gründliche Untersuchung versprochen. Trump versicherte auf Twitter, dass der Gerechtigkeit Genüge getan werde. Er nannte den Tod Floyds sehr traurig und tragisch.

Zugleicht drohte der US-Präsident wegen der gewaltsamen Ausschreitungen mit Konsequenzen. Er habe mit Gouverneur Walz gesprochen und ihm gesagt, dass das Militär an seiner Seite stehe. "Wenn es Schwierigkeiten gibt, werden wir die Kontrolle übernehmen, aber wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schießen", twitterte Trump. Den Tweet versah Twitter erneut mit einem Warnhinweis, weil er nach Ansicht des Unternehmens Gewalt verherrliche.

Auslöser für die Wut und Empörung der Demonstranten war ein rund zehn Minuten langes Video von Floyds Tod, das sich wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitete: Ein weißer Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an Floyds Hals, der immer wieder um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor. Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus. Die insgesamt vier beteiligten Polizisten wurden entlassen.

Immer wieder Polizeigewalt gegen Schwarze

In den USA kommt es immer wieder zu Polizeigewalt gegen Schwarze. Der jüngste Vorfall erinnert an den ebenfalls auf Video festgehaltenen Fall des Afroamerikaners Eric Garner. Der damals 43-Jährige wurde 2014 von New Yorker Polizisten zu Boden geworfen. Sie drückten ihm die Luft ab, später starb er im Krankenhaus.

Zuletzt hatte in den USA ein Clip aus dem Bundesstaat Georgia für Aufsehen gesorgt - ein verstörendes Handyvideo zeigte, wie der schwarze Jogger Ahmaud Arbery offenbar von weißen Männern angegriffen und dann erschossen wurde. Nach der Tat im Februar hatte es zwei Monate gedauert - bis zur Veröffentlichung des Videos - bevor es in dem Fall erste Festnahmen gab.

hf/ww (rtr, dpa, afp)

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