US-Vize Mike Pence besucht die Klagemauer | Aktuell Nahost | DW | 23.01.2018
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Nahost

US-Vize Mike Pence besucht die Klagemauer

Der Vizepräsident tut es seinem Chef gleich und besucht die heiligste Stätte des Judentums, die Klagemauer in Jerusalem. Auch sonst kann Israel mit den Zusagen sehr zufrieden sein, die Pence gemacht hat.

Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten verharrte mit einer schwarzen Kippa kurz im Gebet und steckte einen Zettel in eine Ritze zwischen den Steinquadern. Pence wurde von dem Rabbiner der Klagemauer, Schmuel Rabinovich, begleitet. Bei dem Besuch war kein Vertreter der israelischen Regierung anwesend, die den Besuch als "privat" bezeichnete. Ein offizieller Besuch hätte als Anerkennung der israelischen Souveränität über die Altstadt gewertet werden können. Präsident Donald Trump hatte im Mai vergangenen Jahres bei seinem Besuch in Israel ebenfalls privat die Klagemauer besucht.

Pence steht eindeutig an der Seite Israels

Pence nannte zum Abschluss seines Besuchs in Israel die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem nochmals einen Ausdruck der engen Beziehungen zwischen den USA und Israel. Dies sei "ein greifbares Zeichen unserer beständigen Verpflichtung und unseres Bündnisses mit dem Staat Israel", sagte Pence bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem. Der US-Präsident habe das Außenministerium in Washington angewiesen, mit US-Botschafter David Friedman die Verlegung bis Ende nächsten Jahres abzuschließen.

Am Montag hatte Pence in einer stark pro-israelischen Rede in der Knesset den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem noch vor Ende 2019 zugesichert. Gleichzeitig rief er die Palästinenser dazu auf, wieder in Friedensgespräche mit Israel einzusteigen.

Nach der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt Anfang Dezember war es zu Unruhen gekommen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte, die USA hätten sich mit ihrer Entscheidung als Vermittler für Friedensgespräche mit Israel disqualifiziert.

Rivlin äußerte Bedauern darüber, dass es gegenwärtig kein Vertrauen zwischen Israelis und Palästinensern gebe. Es sei das Schicksal beider Völker zusammenzuleben, deshalb müsse Israel trotz der jüngsten harschen Aussagen des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas weiter versuchen, das Vertrauen zwischen beiden Völkern aufzubauen, so Rivlin weiter. Die im Dezember von Trump ausgesprochene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels bezeichnete er anlässlich des siebzigsten Jahrestags der Staatsgründung Israels als Geschenk. Abbas hatte Israel als "koloniales Projekt" bezeichnet, das nichts mit Juden zu tun habe.

Aus Wut über den Schulterschluss der USA mit der israelischen Regierung streiken an diesem Dienstag viele Palästinenser. Schulen und Geschäfte im Westjordanland und Ost-Jerusalem bleiben geschlossen. 

qu/hf (dpa, afp, APE)

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