US-Regierung sieht Iran hinter Angriff auf Handelsschiffe | Aktuell Welt | DW | 29.05.2019
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Krise am Golf

US-Regierung sieht Iran hinter Angriff auf Handelsschiffe

Innmitten der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat US-Sicherheitsberater John Bolton Teheran für angebliche Angriffe auf vier Handelsschiffe im Golf von Oman verantwortlich gemacht. Beweise legte er nicht vor. 

Der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, hat den Iran beschuldigt, für die jüngsten Angriffe auf zwei Öltanker und zwei weitere Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verantwortlich zu sein. Die Schiffe seien durch "Seeminen, fast sicher aus dem Iran", beschädigt worden, sagte Bolton vor Journalisten in Abu Dhabi, wie die lokale Nachrichtenseite The National meldete. 

Niemand in Washington habe Zweifel über die "Identität" des Drahtziehers, sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump weiter. "Wer sonst sollte er getan haben. Jemand aus Nepal?", fügte er ironisch hinzu. Beweise für seine Anschuldigung legte er dem Bericht zufolge nicht vor. 

Karte VAE Straße von Hormus DE

Die VAE hatten vor mehr als zwei Wochen Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe aus verschiedenen Ländern im Golf von Oman gemeldet und von "staatsfeindlichen Operationen" gesprochen. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände der Ereignisse am 12. Mai blieben jedoch genauso unklar wie die Verantwortlichen. Experten aus mehreren Ländern, darunter auch aus den USA, ermitteln. Der Vorfall hat die Spannungen in der Region verschärft.

Angriff auf saudischen Ölhafen

Bolton erklärte dem Berichte zufolge weiter, es habe zudem einen Angriff auf den saudischen Ölhafen Janbu gegeben. Dort endet eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes, die vor rund zwei Wochen von Jemens Huthi-Rebellen mit einer Drohne angegriffen worden war. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Huthis einen Verbündeten des schiitischen Irans und machte Teheran für den Angriff verantwortlich.

Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa (Archivbild)

Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa (Archivbild)

Bolton kündigte an, über die regionalen Spannungen auch mit Abu Dhabis Kronprinz Mohammed bin Sajed al-Nahjan und mit seinem Kollegen Tahnun bin Sajed al-Nahjan zu sprechen. Washington bleibe "wachsam", sagte er weiter. Es werde reagieren, sich dabei aber mit seinen "Verbündeten in der Region" über das weitere Vorgehen beraten.

Die USA und Saudi-Arabien hatten in den vergangenen Wochen ihren Ton gegenüber dem Iran massiv verschärft. Washington entsandte zudem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten. Saudi-Arabien hat für Donnerstag zu einem Gipfeltreffen arabischer und islamischer Länder in Mekka geladen, bei dem über die "Aggressionen" in der Region gesprochen werden soll.

stu/ww (dpa, afp)
 

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